18. Oktober 2020 / 20:46 Uhr

Zwei Gegentore gegen ein Kellerkind: Das ist man von den VfL-Frauen nicht gewohnt...

Zwei Gegentore gegen ein Kellerkind: Das ist man von den VfL-Frauen nicht gewohnt...

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Nicht alles lief glatt: Trotzdem kamen die VfL-Frauen zu einem 5:2 gegen Duisburg.
Nicht alles lief glatt: Trotzdem kamen die VfL-Frauen zu einem 5:2 gegen Duisburg. © Boris Baschin
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Zur Halbzeit war's entschieden, dann schlichen sich bei den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg Nachlässigkeiten ein. Nach dem 5:2 gegen Duisburg waren Trainer und Kapitänin darum nicht ganz zufrieden...

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Die Fußballerinnen das VfL Wolfsburg konnten sich nach dem unglücklichen 1:1 beim SC Freiburg siegreich zurückmelden: Sonntagmittag gelang der Mannschaft von Trainer Stephan Lerch vor heimischer Kulisse ein 5:2-Sieg gegen den MSV Duisburg. Die drei Punkte sind eingefahren, ganz zufrieden ist man trotzdem nicht. Während die Chancenverwertung im Vergleich zu den vorigen Spielen schon deutlich besser war, zeigten sich die Wolfsburgerinnen hinten besonders anfällig. Zwei Gegentore gegen ein Kellerkind der Liga - das ist man vom VfL nicht gewohnt. Zuletzt gab es das vor drei Jahren im bedeutungslosen Saisonfinale gegen Jena (2:2). Routinier Lena Goeßling: "Wir können mit der zweiten Halbzeit nicht zufrieden sein, das ist nicht unser Anspruch. Wir haben oft nicht die richtige Entscheidung getroffen und zu kompliziert gespielt."

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Aber: "Im Endeffekt war im ersten Durchgang das Spiel schon gegessen, da haben wir streckenweise richtig guten Fußball gespielt und gezeigt, was wir können." Gerade in Hinblick auf die anstehenden Partien gegen den FC Bayern und Turbine Potsdam in November, "dürfen wir keine Situation unterschätzen und müssen zu hundert Prozent da sein. Wir müssen jeden Zweikampf gewinnen wollen und weiter an unserer Chancenverarbeitung arbeiten. Gegen Bayern und Potsdam werden wir wahrscheinlich nicht so viele Chancen bekommen."

Dass sie die Mannschaft als Kapitänin aufs Feld führen durfte, "ist natürlich schon etwas Besonderes", so Goeßling, "ich freue mich über das Vertrauen vom Trainer. Aber im Spiel denkt man darüber nicht mehr so nach."

VfL-Trainer Stephan Lerch versammelte sein Team nach Abpfiff noch einmal in einem Kreis. "Die Mannschaft hat von Anfang an eine gute Reaktion gezeigt. In der Anfangsphase hat man gemerkt, was unser Ziel war: hohen Druck zu erzeugen und Duisburg ständig zu stressen", so der 36-Jährige. Und das, so Lerch, "ist uns gut gelungen. Da haben wir auch die frühen Tore erzählt. Es war ein guter Auftakt in das Spiel." Doch: "Zwischendurch hatten wir dann eine Phase, wo wir zu viele Fehler gemacht haben. Ob es im Spielaufbau oder technische Fehler waren - dadurch haben wir Duisburg noch einmal eingeladen, das war so nicht gewollt und unnötig. Es wurde im ersten Durchgang dann aber besser." In der zweiten Halbzeit hat Duisburg vermehrt mit zwei Spitzen Druck auf die VfL-Abwehrreihe ausgeübt, "da wurden wir zu Fehlern gezwungen. Da hatten wir nicht immer die passende Antwort und Lösung. Wir haben die Gegentore zu leichtfertig hergeschenkt."

Lerch weiter: "Ich habe der Mannschaft schon gesagt, dass wir das Spiel nicht komplett durchgezogen haben. Wir hatten Phasen, wo wir es nicht gut gemacht haben, aber auch welche, wo wir tollen Fußball gespielt haben. Aber es war eben nicht konsequent über 90 Minuten - das gilt es zu verbessern. Aber jetzt gehen wir mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause."

VfL-Frauen gegen Duisburg - Die Bilder

Sport, Fussball, Frauen Fu§ball Bundesliga, VfL Wolfsburg- MSV Duisburg, Saison 2020/21, AOK Stadion, 18.10.2020, Zur Galerie
Sport, Fussball, Frauen Fu§ball Bundesliga, VfL Wolfsburg- MSV Duisburg, Saison 2020/21, AOK Stadion, 18.10.2020, ©

Premieren-Tor für Saevik

Karina Saevik war kurz Ende der Transferphase von Paris Saint.Germain nach Wolfsburg gewechselt, jetzt gelang der 24-Jährigen ihr erstes Tor im VfL-Dress, das 2:0 legte sie für Pia-Sophie Wolter auf. Nach drei Minuten tunnelte die Norwegerin Duisburg-Keeperin Meike Kämper zum 1:0. "Ich habe genau geguckt, was die Torhüterin macht. Nach dem ersten Kontakt hatte ich den Ball am rechten Fuß und hatte das Gefühl, dass es die beste Option ist, sie zu tunneln", so Saevik. Über ihr erstes Tor und ihren ersten Assist freut sie sich: "Natürlich ist das schön, aber ich hätte durchaus noch mehr Tore schießen können." Zum Spiel meinte sie: "Wir wollten uns nach dem letzten Spiel gut zurückmelden und mehr Tore schießen, das ist uns gelungen. Wir müssen aber noch daran arbeiten, keine Tore zuzulassen."

Für Trainer Lerch hatte sich das Saevik-Tor nach starker Leistung in Freiburg "angedeutet. Sie hat unsere Ideen heute gut umgesetzt, was nach der kurzen Eingewöhnungsphase nicht selbstverständlich ist. Man hat gesehen, dass sie eine Spielerin ist, die Dynamik mitbringt, im Eins gegen Eins stark und cool vor dem Tor ist." In ihr schlummere ein "großes Potenzial und jedem hat es Spaß gemacht, ihr zuzuschauen."