28. August 2021 / 16:38 Uhr

Zwei Hochzeiten und ein Kantersieg: Lok Leipzig feiert Festtag

Zwei Hochzeiten und ein Kantersieg: Lok Leipzig feiert Festtag

Nico Schmook
Leipziger Volkszeitung
Fussball, Herren, Saison 2021/2022, Regionalliga Nordost (8. Spieltag), VSG Altglienicke - 1. FC Lokomotive Leipzig, Leipzig, Jubel nach Tor zum 0:1 durch Bogdan Rangelov (1. FC Lokomotive Leipzig), 28.08. 2021, Foto: Sebastian Räppold / Matthias Koch
Lok Leipzig ist die Revanche geglückt. © Matthias Koch
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Lok Leipzig hatte gleich mehrere Gründe in Berlin einzufahren. Die Leipziger wollten die 0:5-Klatsche von der letzten Begegnung wieder wett machen und gleichzeitig Co-Trainer Robert Weiße und Leon Heynke ein Geschenk zu ihren Hochzeiten machen.

Leipzig. Der nächste Halt bei der Suche nach der Aufstiegsform hieß Berlin, der nächste Meisterkandidat wartete auf Lok Leipzig. Dass die Reise in die Hauptstadt kein Vergnügen werden könnte, davon war auszugehen. Denn mit der VSG Altglienicke wartete auf die Probstheidaer ein Pflaster, das nicht härter hätte sein können. Nur ein Spiel konnte bei den bisherigen sechs Aufeinandertreffen gewonnen werden.

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Beim letzten Gastspiel setzte es mit einem 0:5 zudem die höchste Regionalliga-Auswärtsniederlage seit der Vereinsneugründung. Eine Wiedergutmachug sollte her. Und sie sollte gelingen. In einem ansehnlichen und couragierten Auftritts Lok konnte dem bisher ungeschlagenen Berlinern die erste Niederlage zugefügt werden. Die Auswärtsreise wurde mit dem deutlichen 3:0-Erfolg zu einer erfolgreichen.

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Lok Leipzig gelingt gegen Altglienicke die Revanche für die 0:5-Klatsche und der dritte Saisonsieg. Zur Galerie
Lok Leipzig gelingt gegen Altglienicke die Revanche für die 0:5-Klatsche und der dritte Saisonsieg. ©

Im Amateurstadion im Berliner Olympiastadion, der vorübergehenden Heimat der Viertplatzierten Altglienicker, musste Civa im Vergleich zu den letzten Spielen zwei Wechsel vornehmen. Mehmedovic verletzte sich unter der Woche am Knöchel, Maik Salewski rückte von seiner angestammten Flügelposition nach hinten, dafür kam Neuzugang Theo Ogbidi in die Mannschaft.

Kein Abtasten

Auch neu in der Startformation: Zak Pipilica. Der vertrat Leon Heynke auf der Sechserposition. Der Grund dafür ein kurioser: Heynke heiratete im Schloss Machern seine Tanja. Und noch kurioser: Auch Co-Trainer Robert Weiße feierte seine Hochzeit und fehlte. Der Auftrag vor dem Spiel war also klar: Ein Sieg als Hochzeitsgeschenk für beide.

Das altbekannte Abtasten in der Anfangsphase fiel aus, gleich von Beginn war viel Dampf in der Partie. Vor allem bei Lok, die gleich mutig und geradlinig nach vorne spielten. Schon früh war zu erkennen: Was gegen den BAK nicht klappte, ging an diesem Samstag auf. Der Erste gefährliche Schuss erfolgte in der 19. Minute durch Kapitän Sascha Pfeffer. Abgefälscht landete der aber nur im Toraus. Zwei Minuten später zieht Bogdan Rangelov ein gutes Solo auf, ist im entscheidenen Moment aber zu egoistisch und legt nicht auf den freistehenden Pfeffer ab.

Aufstiegsform gefunden?

Dennoch: Rangelov ist in den ersten Minuten der Aktivposten im Leipziger Spiel. Und das Geburtstagskind - Rangelov wurde 24 Jahre alt - beschenkt sich in der 28.Minute selbst und sorgt für den ersten Treffer. Lok, in Person von Tom Nattermann, setzt VSG-Verteidiger Zeiger unter Druck und zwingt ihn zum sträflichen Pass in Rangeloss Füße. Der fackelt nicht lange und schlenzt den Ball von der Strafraumecke ins Tor. Die verdiente Führung für die Leipziger, das erste Saisontor des Serben.


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<b>Sascha Pfeffer:</b> Sind sehr konzentriert ins Spiel reingegangen. Ich habe den Jungs vor dem Spiel gesagt, dass ich nicht die von Ihnen verlange, sondern, dass wir einfach spielen und nicht in Schönheit sterben. Das ist aufgegangen und hat uns gut getan. Zur Galerie
Sascha Pfeffer: "Sind sehr konzentriert ins Spiel reingegangen. Ich habe den Jungs vor dem Spiel gesagt, dass ich nicht die von Ihnen verlange, sondern, dass wir einfach spielen und nicht in Schönheit sterben. Das ist aufgegangen und hat uns gut getan." ©

Und auch in Hälfte zwei änderte sich das Bild nicht. Lok trat weiter bärenstark auf und schien da weiter machen zu wollen, wo sie aufgehört haben. 62. Minute. Mal wieder schlug die Zeit von Routinier und Ballkünstler Sascha Pfeffer. Der 34-Jährige zog kurz nach innen, vernaschte zwei gegnerische Verteidiger und schloss von außerhalb des Sechzehners einfach ab. Das nächste Fernschusstor des Tages. 2:0 für die Gäste. Ausnahmezustand bei den vielen Mitgereisten Lok-Anhängern.

Auf einmal bekommt das Team von Karsten Heine die Chance auf den Anschlusstreffer. Doch Jan-Ole Sievers zeigt eine starke Parade. Der unglaublich präsente und starke Piplica, der am diesen Nachmittag der Mittelfeldmotor schlechthin ist, erobert in Minute 70 zum gefühlt fünfzigsten Mal den Ball im Mittelfeld, schickt Ogbidi, der legt auf den von weit hinten mitgelaufenen Luca Sirch. In Mittelstürmermanier schließt der 22-Jährige Innenverteidiger ab. Das 3:0 für die Gäste. Altglienicke versucht noch mal die Schlussoffensive zu starten, kann aber, wenn dann nur über Standards ansatzweise Gefahr erzeugen. Es blieb beim 3:0 für die Blau-Gelben. Die Wiedergutmachung ist geglückt, die Aufstiegsform nun womöglich gefunden?