22. April 2022 / 20:36 Uhr

Zwei Joker stechen: Dynamo Dresden erkämpft 2:2 in Düsseldorf

Zwei Joker stechen: Dynamo Dresden erkämpft 2:2 in Düsseldorf

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Dynamo Dresden ergattert sich einen Punkt in Düsseldorf. © dpa
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Lange sind die Schwarz-Gelben am Rhein auf der Verliererstraße. Mitte der zweiten Halbzeit wechselt Trainer Capretti dann seine Torschützen ein.

Düsseldorf/Dresden. Mit zwei Jokertoren hat Dynamo Dresden im Zweitliga-Duell am Freitagabend nach einem über weite Strecken eher schwachen Auftritt noch ein 2:2 bei Fortuna Düsseldorf erreicht. Appelkamp und de Wijs hatten die Hausherren mit einem Doppelschlag nach einer halben Stunde mit 2:0 in Führung gebracht. Doch die eingewechselten Paul Will /71.) und Ransford Königsdörffer (80.) sorgten mit ihren Treffern dafür, dass die Schwarz-Gelben erstmals in dieser Saison einen Zwei-Tore-Rückstand aufholten.

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Dämpfer für Dynamo

Trainer Guerino Capretti überraschte eine Woche nach dem torlosen Remis gegen Holstein Kiel mit fünf Änderungen in der Startelf: Guram Giorbelidze, Patrick Weihrauch, Julius Kade, Morris Schröter und Brandon Borrello ersetzten Michael Akoto (fünfte Gelbe Karte), Sebastian Mai (Muskelverletzung im Training) sowie Paul Will, Ransford Königsdörffer und Agyemang Diawusie (alle Bank).

DURCHSCROLLEN: Die Bilder zum 2:2-Unentschieden.

Die SG Dynamo Dresden kommt nach einem 0:2-Rückstand zurück und holt bei Fortuna Düsseldorf einen Punkt. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden kommt nach einem 0:2-Rückstand zurück und holt bei Fortuna Düsseldorf einen Punkt. ©

Die Sportgemeinschaft begann mit einem 3-5-2: Chris Löwe als linkes Glied der Dreierkette, Borrello als zweiter Stürmer neben Top-Torschütze Christoph Daferner. Doch es waren die Gastgeber, die gleich am Anfang das Kommando übernahmen. Sie kamen schon in der sechsten Minute zu einer guten Chance, als Iyoha auf links Platz zum Flanken hatte, doch Dresdens Torwart Kevin Broll wehrte den Kopfball von Hennings ab.

Dann tat sich lange Zeit nichts in Sachen Torannäherung. Besonders von den Dresdnern kam wenig im Spiel nach vorn, sie waren zunächst darauf bedacht, das eigene Gehäuse zu sichern. Als sie mal relativ weit aufgerückt waren, machten die Rheinländer das Spiel schnell und Chris Löwe stand plötzlich allein gegen Hennings und Narey. Letzterer wurde von Hennings schön bedient, verzog bei seinem Abschluss aus guter Position aber deutlich (22.).

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Die Führung für die Heimelf fiel aber bereits vier Minuten später. Julius Kade konnte einen weiten Pass von Chris Löwe vorn nicht festmachen und die Rheinländer schalteten blitzschnell um. Iyoha gewinnt den Zweikampf gegen Löwe und passt zu Narey, der schon frei vor Broll stand, der aber den Winkel verkürzte. Nach gutem Querpass hatte der freie Appelkamp in der Mitte dann aber keine Mühe mehr beim Einschieben ins leere Tor – Sollbauer kam beim Rettungsversuch auf der Linie deutlich zu spät (26.).

Fortuna weiter am Drücker

Und es kam noch schlimmer aus Dresdner Sicht: Nach einem Eckball kam de Wijs vor Yannick Stark an den Ball und brachte ihn aufs Tor. Der Abpraller von Broll landete erneut genau vor den Füßen des Niederländers, der im zweiten Versuch problemlos zum 2:0 traf (31.). Zwei Gegentore innerhalb von fünf Minuten waren ein absoluter Tiefschlag für die SGD, die nach 38 Minuten fast das dritte Tor kassiert hätten, doch Narey verfehlte den Kasten knapp.

DURCHSCROLLEN: Die Noten zum Spiel

(1) Kevin Broll: Muss nach fünf gespielten Minuten erstmals eingreifen, pariert gegen Hennings. Beim 0:1 durch Appelkamp in der 26. Minute ohne Chance, geht raus auf Narey, der aber gut auf den Torschützen querlegt. Kurz darauf zappelt der Ball wieder hinter ihm im Netz, Jordy de Wijs verwertet Brolls Abpraller zur 2:0-Führung der Fortunen (31. Minute). Danach mit einem gewohnt souveränen Auftritt, fängt alle weiteren Chancen ordentlich ab und lässt kein weiteres Tor zu. Muss vor allem in der Nachspielzeit noch mal gegen Hennings zupacken. Note: 3 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Muss nach fünf gespielten Minuten erstmals eingreifen, pariert gegen Hennings. Beim 0:1 durch Appelkamp in der 26. Minute ohne Chance, geht raus auf Narey, der aber gut auf den Torschützen querlegt. Kurz darauf zappelt der Ball wieder hinter ihm im Netz, Jordy de Wijs verwertet Brolls Abpraller zur 2:0-Führung der Fortunen (31. Minute). Danach mit einem gewohnt souveränen Auftritt, fängt alle weiteren Chancen ordentlich ab und lässt kein weiteres Tor zu. Muss vor allem in der Nachspielzeit noch mal gegen Hennings zupacken. Note: 3 ©

Der Pausenrückstand war eine große Hypothek, die beinahe direkt nach Wiederbeginn noch größer geworden wäre. Tim Knipping, der schon in Halbzeit eins die Gelbe Karte gesehen hatte, erwischte keinen guten Tag. In Zweikämpfen kam er mehrfach zu spät und auch einen Abstoß von Kastenmeier unterschätzte er. Zum Glück für den SGD-Kapitän zielte Tanaka anschließend knapp am Tor vorbei (47.).

DURCHSCROLLEN: Die Stimmen zum Spiel

Ransford Königsdörffer (SG Dynamo Dresden): Es war ein schweres Spiel. In der ersten Halbzeit hat bei uns nicht alles funktioniert, deshalb sind wir auch in Rückstand geraten. Die zweite Halbzeit war dann besser, es war mehr Schwung nach vorne. Beide hatten in der zweiten Halbzeit eigentlich gleich viele Chancen, wir haben sie eben in dem Moment mehr genutzt. So ist es dann zum Unentschieden gekommen. Letztendlich ist ein Punkt besser als keiner, aber davon können wir uns im Moment auch nichts kaufen. Wir müssen weiter Gas geben und jetzt mal einen Sieg holen, sonst wird das nichts, dann wird nichts über die Relegation gehen. Zur Galerie
Ransford Königsdörffer (SG Dynamo Dresden): "Es war ein schweres Spiel. In der ersten Halbzeit hat bei uns nicht alles funktioniert, deshalb sind wir auch in Rückstand geraten. Die zweite Halbzeit war dann besser, es war mehr Schwung nach vorne. Beide hatten in der zweiten Halbzeit eigentlich gleich viele Chancen, wir haben sie eben in dem Moment mehr genutzt. So ist es dann zum Unentschieden gekommen. Letztendlich ist ein Punkt besser als keiner, aber davon können wir uns im Moment auch nichts kaufen. Wir müssen weiter Gas geben und jetzt mal einen Sieg holen, sonst wird das nichts, dann wird nichts über die Relegation gehen." ©

Schnell zeichnete sich ab, dass Düsseldorf auch in Durchgang zwei zunächst das Zepter in der Hand halten sollte. Dynamo war zu passiv und spielte nicht zielstrebig genug nach vorn. Auf diese Weise kamen nicht mal Halbchancen zu Stande. Das war bis dato ein Auftritt, der das mangelnde Selbstvertrauen der Sachsen widerspiegelte. In der ersten Stunde Spielzeit sprach sehr wenig dafür, dass die Schwarz-Gelben am Rhein was reißen könnten. Ein weiteres Mal ließ die Fortuna das dritte Tor liegen, als Hennings vergab (57.). Capretti musste handeln und tat dies in Form zweier Doppelwechsel: erst Königsdörffer und Diawusie für Kade und Schröter (58.), dann Batista-Meier und Will für Stark und Borrello (67.). Was der Trainer zu diesem Zeitpunkt bestenfalls hoffen konnte: Er wechselte damit gleich reihenweise Scorer ein.

Ingolstadt abgestiegen

Jetzt drehte sich der Wind plötzlich und mit einem Schlag spielte nun die SGD. Zunächst lenkte Kastenmeier einen gefährlichen Schuss von Königsdörffer über die Latte (71.). Nur vier Minuten nach dem zweiten Wechsel fand Battista-Meier mit seiner anschließenden Ecke Paul Will, der per Kopfball den Anschluss besorgte (71.). Nur noch 1:2. Kevin Broll hielt im direkten Gegenzug gegen Hennings. Danach nahm die SGD richtig an Fahrt auf.

Mehr zur SGD

Den Ausgleich machte schließlich Königsdörffer, als er nach schöner Lupfer-Vorlage von Patrick Weihrauch kompromisslos abzog und dem Schlussmann keine Chance ließ (80.). Spätestens jetzt waren die Düsseldorfer richtig geschockt. Aber irgendwie schafften sie es, mit Mann und Maus gegen die anrennenden Gäste zu verteidigen. Eine richtig gute Dresdner Einschusschance sprang nicht mehr heraus.


In der Nachspielzeit kam noch Mörschel für Weihrauch (90.+2). Und Kevin Broll musste noch mal eine Direktabnahme von Hennings halten. Dann aber war die packende Schlussphase vorbei. Dynamo ist mit dem 2:2 gut bedient, weil erst die Joker stachen und man zuvor von Glück reden konnte, dass die Hausherren den Sack nicht zubanden. Damit können die Fortunen nun doch noch nicht den vorfristigen Klassenerhalt feiern. Dynamo muss nach dem Remis auf Ausrutscher der Konkurrenz aus Sandhausen und Aue hoffen. Da auch Ingolstadt nicht über ein 2:2 hinauskam, stehen die Schanzer mit zehn Punkten Rückstand auf Dynamo als erster Absteiger fest.

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