16. Januar 2022 / 15:23 Uhr

Zwei Monate nach Dardai-Aus bei Hertha: Bobic nennt neue Details zur Trainer-Entlassung

Zwei Monate nach Dardai-Aus bei Hertha: Bobic nennt neue Details zur Trainer-Entlassung

Ronald Tenbusch
Märkische Allgemeine Zeitung
Geschäftsführer Fredi Bobic (kl. Bild) sprach Hertha-Trainer Pal Dardai das Vertrauen aus.
Seit November 2021 kein sportliches Gespann mehr: Pal Dardai (l.) und Fredi Bobic. © IMAGO/Metodi Popow/Zink (Montage)
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Ende November musste Clubikone Pal Dardai seinen Trainerstuhl bei Hertha BSC räumen. Bei der digitalen Mitgliederversammlung der Berliner sprach Geschäftsführer Fredi Bobic nun über weitere Details der Trennung. 

Knapp zwei Monate nach der Entlassung von Trainer Pal Dardai bei Hertha BSC hat sich Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic auf der digitalen Mitgliederversammlung des Bundesligisten nochmals zu den Beweg- und Hintergründen der Trennung geäußert. Dabei sprach der 50-Jährige erstmals darüber, dass Dardai nicht nur in der sportlichen Führung, sondern auch in der Mannschaft nicht mehr volle Rückendeckung hatte.

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"Unser großes Problem war die Mentalität in der Mannschaft. Es gab auch keine Struktur in der Mannschaft. Diese zu bauen wird unsere große Aufgabe sein", sagte Bobic in der Messe Berlin. Er habe die Überzeugung verloren, dass sich unter dem Ungarn an grundlegenden Problemen im sportlichen Bereich noch etwas ändern würde. "Hertha war die tiefste Mannschaft in der Bundesliga. Dafür gibt es statistische Beweise. Reagieren statt agieren", so Bobic.

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Vor seiner Entscheidung, den Retter des Vorjahres zu beurlauben, habe sich Bobic auch mit der Mannschaft ausgetauscht. "Damals habe ich in die Mannschaft reingehört, um zu erfahren: Gibt es Zweifel? Sie haben meine Entscheidung unterstützt", sagte er. Auch in der Clubführung habe er sich zunächst versichert, dass seine Entscheidung auf eine breite Unterstützung treffe. Anschließend sei es ihm dennoch wichtig gewesen, Club-Rekordspieler Dardai anständig zu verabschieden. "Die Gespräche mit Pal liefen sehr respektvoll ab, auch im Auseinandergehen. In der letzten Spielzeit hat er einen hervorragenden Job gehabt. Aber ich hatte das Gefühl, dass sich nichts mehr ändert in der Art, wie wir Fußball spielen", so Bobic.

Als Dardai-Nachfolger installierte Bobic Tayfun Korkut, der die Hertha bislang in sechs Spielen an der Seitenlinie coachte und eine ausgeglichene Bilanz vorweisen kann (2S, 2U, 2N). Auch wenn Korkut nur mit einem Vertrag bis Saisonende ausgestattet wurde, sei eine weitere Zusammenarbeit über den Sommer hinaus nicht ausgeschlossen. "Wenn alles so läuft, wie wir es uns vorstellen, spricht nichts dagegen, dass es mit Tayfun Korkut weitergeht. Aber ich will eine Entwicklung sehen" Auch daher gäbe es aktuell keinen Kontakt zu anderen Trainern, so Bobic weiter: "Es gibt keine zweite Lösung. Ich suche noch nicht hinter den Kulissen einen neuen Trainer."

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