18. August 2020 / 08:11 Uhr

Zwei Neubauten mit vielen "Aber": Grimmas Husaren-Sportpark und Eilenburgs Ilburg-Stadion

Zwei Neubauten mit vielen "Aber": Grimmas Husaren-Sportpark und Eilenburgs Ilburg-Stadion

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Pure Idylle: das Eilenburger Ilburg-Stadion im Licht des Sonnenuntergangs.
Pure Idylle: das Eilenburger Ilburg-Stadion im Licht des Sonnenuntergangs. © imago images / opokupix
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Beide Clubs gehen in der Oberliga an den Start und spielen auch bedingt durch die Hochwassergefahr in neuen Stadien. Im zehnten Teil der SPORTBUZZER-Serie über Sachsens Fußballstadien stellen wir die Plätze vom FC Grimma und FC Eilenburg vor.

Leipzig. Sowohl der FC Grimma als auch der FC Eilenburg spielen nicht mehr in ihren ursprünglichen Stadien. Das heißt, Letzterer genau genommen schon, denn der FC Eilenburg hat nie im regelmäßig von Hochwasser gefährdeten Kurt-Bennewitz-Stadion gespielt. Dort war einst Chemie alias Grün-Weiß Eilenburg zu Hause. Die Grün-Weißen schlüpften 2001 per Fusion unters Dach des SV Mörtitz, der als MFC Eilenburg ins in den 1990er Jahren gebaute Ilburg-Stadion gezogen war. Die Baukosten sollen - angesichts des Ergebnisses schwer nachvollziehbare - 13 Millionen Mark betragen haben.

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Eilenburg, 08.08.2020, Ilburg-Stadion, Fußball, Herren, Wernesgrüner Sachsenpokal, Halbfinale, 
FC Eilenburg - 1. FC Lokomotive Leipzig ,   
Im Bild: Zuschauer auf der Tribüne mit frei gehaltenen Sitzplätzen , 
Foto: PICTURE POINT / Gabor Krieg , 
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Das Ilburg-Stadion in Eilenburg bietet eine Überdachung für 253 Zuschauer. © Picture Point

Zuschauermassen kommen nicht mehr

Auf jeden Fall füllte der MFC als Bezirksmeister das sich im benachbarten Eilenburg auftuende fußballerische Vakuum. Das „M“ stand für Mörtitzer, fiel aber nach wenigen Jahren einfach weg. Der Club wurde 2004 unter Trainer Martin Polten sowie 2017 unter Coach Nico Knaubel Sachsenmeister und hat sich heute in der Oberliga fest etabliert. Die Zuschauer honorieren die respektablen Leistungen allerdings weit weniger als einst im Bennewitz-Stadion, zu dessen Einweihungsspiel die Gastgeber gegen DDR-Oberligist Einheit Pankow (5:6) 1952 fast 3000 Zuschauer strömten.

Weitere Teile der Stadionserie

So etwas erlebt das gut für Leichtathletik nutzbare Ilburg-Stadion eher nicht. Aus fußballerischer Sicht sind an dieser Sportstätte die erst nach der Muldeflut 2002 entstandenen zeitgemäßen Nebenplätze mit Sozialtrakt das Beste, obwohl auch das weitläufige Hauptplatz-Oval Flutlicht besitzt. Das Ilburg-Stadion würde 5600 Besucher fassen. Davon sind 443 Sitzplätze. Die Überdachung für 253 davon wurde wie so vieles an dieser erstaunlich teuren Arena erst nachträglich gebaut. Am 22. August erfährt sie die Ehre, Austragungsort des Sachsenpokal-Endspiels 2020 zu sein.

Muldenfluten erfordern neues Stadion

Auch in Grimma forcierte Hochwassergefahr den Bau eines neuen Stadions. Die großen Schlachten in der DDR-Liga und im FDGB-Pokal (u. a. vor 8000 Zuschauern 1969 beim 1:1 gegen Carl Zeiss Jena) schlugen die Grimmaer Fußballer als BSG Motor im Stadion der Freundschaft und mitunter auch gleich „über der Straße“ auf dem Jahn-Sportplatz.

Der Husaren-Sportpark in Grimma ist ein reines Fußballstadion.
Der Husaren-Sportpark in Grimma ist ein reines Fußballstadion. © Thomas Kube

Doch beide Plätze wurde von den Muldefluten 2002 und 2013 jeweils verwüstet, weshalb ein Neubau im alten Kasernengelände an der Lausicker Straße geplant wurde. Das Stadion der Freundschaft wurde voriges Jahr zurückgebaut und ebenso aufgegeben wie schon zuvor der Jahn-Sportplatz, an dessen Stelle jetzt ein Supermarkt steht. Das Geld für den Grundstücksverkauf floss mit in die neue Sportstätte.

1200 Plätze ohne Dach

Seit November 2019 trägt der FC Grimma seine Heimspiele im Husaren-Sportpark aus. Das reine Fußballstadion ist aus Kostengründen deutlich kleiner ausgefallen als ursprünglich vorgesehen. Der Name erklärt sich aus dem Standort (ehemalige Kaserne), ist aber ebenso wie die vielen Streichungen an der einstigen Planung umstritten. Man wundert sich, dass den Grimmaern mit ihrer passablen Fußball-Tradition kein besserer Name eingefallen ist.


Momentan fasst die Sportstätte 1200 Zuschauer, Überdachung Fehlanzeige. Hinter einem Tor gibt es keine Ränge, an der noch offenen Längsseite können/sollen sie noch nachträglich gebaut werden. Ob der Rasen je die Qualität des ehemaligen „unten in der Stadt“ erreicht, muss sich noch zeigen. Der Nebenplatz verfügt immerhin über modernen Kunstrasen sowie Flutlicht.