23. Februar 2017 / 15:51 Uhr

Zwei Richter sterben: Sperre gegen Amateur-Kicker aufgehoben

Zwei Richter sterben: Sperre gegen Amateur-Kicker aufgehoben

André Batistic
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Christian Lensch wurde gegen den SV Elversberg zu Unrecht vom Platz gestellt.
Christian Lensch wurde gegen den SV Elversberg zu Unrecht vom Platz gestellt. © imago
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Die Regionalliga Südwest trauert um zwei Sportrichter - FC-Homburg-Spieler Christian Lensch, der nach einer Roten Karte eigentlich mündlich vernommen werden sollte, wird nun nicht gesperrt.

Tragische Geschichte in der Regionalliga Südwest: Weil gleich zwei Sportrichter innerhalb kurzer Zeit gestorben sind, ist eine Sperre gegen einen Fußballer des früheren Bundesliga-Klubs FC Homburg aufgehoben worden. "In Anbetracht zweier Todesfälle im Sportgericht der Regionalliga Südwest innerhalb von 24 Stunden ist es dem Sportgericht nicht möglich, eine mündliche Verhandlung durchzuführen", heißt es in einer Pressemitteilung.

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Der Spieler Christian Lensch vom FC Homburg hatte am vergangenen Samstag im Saarland-Derby bei der SV Elversberg wegen eines vermeintlichen Handspiels die Rote Karte gesehen und war daraufhin vom Sportgericht für ein Spiel gesperrt worden. Die Homburger legten jedoch einen Einspruch gegen dieses Urteil ein, weil Fernsehbilder eindeutig belegten, dass Lensch den Ball mit der Brust und nicht mit der Hand gespielt hatte. Der Schiedsrichter selbst gab seine Fehlentscheidung in dem offiziellen Spielbericht zu.

Die entscheidende Szene seht ihr ab Minute 6:46!


Nachträglicher Freispruch wäre Wettbewerbsverzerrung gewesem

Die Berufungsverhandlung musste nun aber abgesagt und das Verfahren gegen den 24 Jahre alten Lensch eingestellt werden. Der Verteidiger darf im kommenden Spiel gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern am Sonntag wieder eingesetzt werden. Ein Vollzug der Sperre kam genauso wenig in Betracht wie eine Verlegung der Verhandlung. Denn den Spieler am Sonntag zuschauen zu lassen und dann nachträglich doch wieder freizusprechen, wäre nach der Erklärung des Sportgerichts einer Wettbewerbsverzerrung gleichgekommen.

Der FC Homburg profitiert zwar von der Entscheidung, reagierte aber schockiert auf die tragischen Umstände. "Da rückt der Sport in den Hintergrund. Wir sprechen den Angehörigen und dem Sportgericht unser herzliches Beileid aus", sagte Geschäftsführer Rafael Kowollik.

(mit dpa)