27. Dezember 2020 / 16:29 Uhr

Zwei Rote Karten: SC DHfK Leipzig verliert hartes Spiel gegen Flensburg

Zwei Rote Karten: SC DHfK Leipzig verliert hartes Spiel gegen Flensburg

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
HandballDHFK071
Am Ende war der Favorit aus Flensburg für die Leipziger einfach zu stark. © Andre Kempner
Anzeige

Der SC DHfK Leipzig konnte das hohe Niveau nicht über die volle Spielzeit halten und verabschiedet sich mit einer Heimniederlage in die sechswöchige Bundesliga-Pause. Die Mannschaft von André Haber verlor die Partie mit 24:29 gegen Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt.

Anzeige

Leipzig. Für Handballfans aus Leipzig sollte es der Leckerbissen nach dem Leckerbissen werden. Nur einen Tag nach dem Weihnachtsfest empfing der SC DHfK den Spitzenreiter der Bundesliga, die SG Flensburg-Handewitt. Über 15 Minuten waren die Hausherren absolut auf Augenhöhe mit dem Elite-Team von Maik Machulla, doch die Grün-Weißen konnten das hohe Niveau nicht über die volle Spieldauer auf die Platte bringen. Rote Karten für Maciej Gebala und Simon Hald Jensen prägten eine umkämpfte und harte Partie, die das Team von Coach André Haber am Ende mit 24:29 (13:17) verlor.

Anzeige

Mehrere Fehlwürfe von Weber

Die Favoritenrolle der Gäste machte auch Sky-Experte Stefan Kretzschmar deutlich: „Flensburg spielt in diesem Jahr mit einem Rumpf-Kader aufgrund vieler Verletzungen, aber sie sind die eingespielteste, harmonischste und dadurch gefährlichste Mannschaft der Liga." Einer der Verletzten: Ex-Leipziger Franz Semper, der sich das Spiel seiner ehemaligen und aktuellen Weggefährten nicht entgehen ließ.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur Niederlage gegen Flensburg

Am Sonntagnachmittag verlor der SC DHfK Leipzig gegen die SG Flensburg-Handewitt mit 24:29. Zur Galerie
Am Sonntagnachmittag verlor der SC DHfK Leipzig gegen die SG Flensburg-Handewitt mit 24:29. ©

Dass die Grün-Weißen nicht unterschätzt werden sollten, zeigten sie in den ersten Minuten der Partie eindrucksvoll. Auch Füchse-Sportchef Kretzschmar betonte auf Sky: „Bei allem Auf und Ab: Die Leipziger haben noch gegen keine Spitzenmannschaft verloren. Gegen die Großen sind sie immer voll da.“ Mit einem tollen Pass von Philipp Weber auf Marko Mamic und einem gelungenen Abschluss gingen die Leipziger mit 1:0 in Führung und hielten diese zunächst aufrecht – doch nach knapp 15 Minuten entglitt den Haber-Handballern langsam die Kontrolle.

Kontrollverlust Nummer eins: Durch mehrere Fehlwürfe von Weber und starken Abschlüssen auf der Gegenseite hatten sich die Flensburger in der 19. Minute eine 11:9-Führung herausgespielt, doch gaben ihrem Kontrahenten durch eine Zweiminutenstrafe von Magnus Ableviik Rod die Möglichkeit aufzuholen. Weber und Niclas Pieczkowski scheiterten jedoch an Keeper Torbjorn Bergerud und überließen den Gästen mit 13:9 das Feld.

Chance auf Comeback war da

Kontrollverlust Nummer zwei: Maciej Gebala griff Jim Gottfridsson kurz vor der Pause in den Wurfarm und sorgte so für einen dramatischen Sturz des 28-Jährigen. Die Unparteiischen griffen zur Roten Karte und nahmen damit einen der vielleicht wichtigsten Baustein aus dem System von Coach André Haber. Eine Zeitstrafe für Gebala war sicherlich angemessen, die Sperre des polnischen Nationalspielers eine harte Entscheidung. „Ich treffe Gottfriedsson am Arm, ziehe aber sofort zurück. Er macht es dann clever, mit ein bisschen Show dazu“, schätzte der Beschuldigte die Situation ein. Die Gäste nutzten die Gunst der Stunde, bauten ihre Führung erneut auf vier Treffer aus und gingen mit 17:13 in die Pause.

Nach dem Wiederanpfiff machte zunächst ein starker Kristian Saeveras im Tor des SC DHfK auf sich aufmerksam, der immer wieder wichtige Bälle aus der Luft fischte. So blieben die Grün-Weißen zumindest auf vier Treffer dran und hatten die Chance auf ein Comeback, das nicht lange auf sich warten ließ. In der 37. Minute griff Simon Hald Jensen in den Wurfarm und das Gesicht von Pieczkowski, kassierte die Rote Karte und sorgte so für ausgeglichene Spielverhältnisse. Seine Teamkollegen setzten wenig später eine weitere Zeitstrafe oben drauf und ließen die Haber-Sieben auf zwei Treffer herankommen.

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel

<b>Andre Haber (Trainer SC DHfK Leipzig):</b> In der ersten Halbzeit haben wir lange gut verteidigt, aber in den entscheidenden Momenten nicht. In der zweiten Halbzeit sah das besser aus. Wenn wir nicht aufmachen und alles riskieren müssen, halten wir Flensburg bei 27 Toren - das wären zehn Tore in der zweiten Halbzeit. Man muss ganz klar sagen, dass wir uns im Positionsangriff zu schwer getan haben. Nach der Roten Karte ist Julius Meyer-Siebert im Abwehrzentrum super in die Presche gesprungen. Zur Galerie
Andre Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): "In der ersten Halbzeit haben wir lange gut verteidigt, aber in den entscheidenden Momenten nicht. In der zweiten Halbzeit sah das besser aus. Wenn wir nicht aufmachen und alles riskieren müssen, halten wir Flensburg bei 27 Toren - das wären zehn Tore in der zweiten Halbzeit. Man muss ganz klar sagen, dass wir uns im Positionsangriff zu schwer getan haben. Nach der Roten Karte ist Julius Meyer-Siebert im Abwehrzentrum super in die Presche gesprungen." ©

Sichere Abschlüsse der Gäste und mehrere Zeitstrafen in den eigenen Reihen machten den Hausherren das Leben schwer. Karsten Günther brachte es bereits in der Halbzeit gut auf den Punkt: „Man sieht den Unterschied zwischen einer guten und einer sehr guten und sehr cleveren Mannschaft.“ Denn trotz verbesserter Abwehr kamen die Grün-Weißen nicht mehr an die Flensburger heran. Der letzte Dolchstoß gelang Keeper Benjamin Buric, der in der 56. Minute beim 22:26 einen Siebenmeter von Lucas Krzikalla verhinderte.

Tore SC DHfK: Milosevic 6, Wiesmach 4, Mamic 4, Krzikalla 3/2, Binder 2, Remke 2, Pieczkowski 1, Weber 1, Gebala 1. Siebenmeter: Leipzig 4/2, Flensburg 6/6. Strafminuten 8:8