08. April 2021 / 17:00 Uhr

Zwei Saison-Abbrüche, dann Herren-Bereich: So planen heimische Klubs mit ihren U19-Kickern

Zwei Saison-Abbrüche, dann Herren-Bereich: So planen heimische Klubs mit ihren U19-Kickern

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wichtige Spielpraxis fehlt: Für einige A-Jugend-Kicker von Lupo/Martini Wolfsburg (l.), dem MTV Gifhorn (in Gelb) und dem SSV Vorsfelde (in Grün) geht's nach zwei unvollständigen U19-Saisons in den Herren-Bereich.
Wichtige Spielpraxis fehlt: Für einige A-Jugend-Kicker von Lupo/Martini Wolfsburg (l.), dem MTV Gifhorn (in Gelb) und dem SSV Vorsfelde (in Grün) geht's nach zwei unvollständigen U19-Saisons in den Herren-Bereich. © Lea Rebuschat/Boris Baschin
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Die vergangene Saison im Amateurfußball wurde annulliert, die davor abgebrochen. Für einige A-Junioren bedeutet das, dass sie demnächst im Herren-Bereich spielen, ohne eine intensive Vorbereitung darauf gehabt zu haben.

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Nach dem Saison-Abbruch im vergangenen Jahr wurde auch die diesjährige Spielzeit im Amateur- und Jugendfußball annulliert. Für die älteren A-Junioren bedeutet das, dass sie in den Herren-Bereich aufrücken, ohne vorher intensiv auf die Gegebenheiten im Erwachsenen-Fußball vorbereitet worden zu sein. Die heimischen Vereine mit den höchstspielenden U19-Teams sehen darin aber kein großes Problem.

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Lupo/Martini Wolfsburg

Die A-Junioren von Lupo/Martini Wolfsburg absolvierten in der Niedersachsenliga lediglich fünf Spiele, zehn Spieler gehen hoch zu den Herren. Trainer Marco Cuccia sieht das größte Problem in der fehlenden Spielpraxis. „Ich habe ihnen gesagt, sie sollen jedes Spiel genießen.“ Mit Lukas Weinhold, Paul Niebuhr, Til Steding und Maurizio Grimaldi konnten vier Akteure in der Bezirksliga-Reserve erste Erfahrungen im Herren-Bereich sammeln. Zum 5:2-Sieg gegen die SV Lauingen/Bornum konnten Steding und Grimaldi gar je einen Treffer beisteuern. „Die Jungs kommen aus der Niedersachsenliga und sind schon einen Schritt weiter als welche, die in der Jugend in der Kreisliga spielen“, nennt Cuccia den Grund für den guten Einstand seiner Schützlinge.

Lupo ist es wichtig, die eigenen Jugendspieler langfristig in den Verein zu integrieren, im Idealfall soll direkt der Sprung in die Oberliga-Mannschaft gelingen. „Jeder bekommt die Möglichkeit, in der ersten Mannschaft zu trainieren, sollte es jemand nicht direkt schaffen, geht er erst in die Zweite und in der Winter-Vorbereitung kann ein neuer Anlauf gestartet werden“, sagt Cuccia.

MTV Gifhorn

Durch den Abgang von U19-Trainer Jan Rinkel im vergangenen September war der MTV Gifhorn in der komfortablen Situation, dass Oberliga-Coach Michael Spies zwischenzeitlich auf der Bank des A-Jugend-Landesligisten Platz nahm und auch einige Trainingseinheiten leitete. „Mit dem Saison-Start hatten wir den älteren Jahrgang im Fokus gehabt, der eine oder andere hatte bei Michael Spies schon mittrainiert“, sagt der Sportliche Leiter des Jugend-Leistungsbereichs, Dirk Topf. „Michael konnte sich einen sehr guten Überblick verschaffen.“

Spies als Trainer der A-Junioren war eine Übergangslösung, auch Oberliga-Kicker Mario Petry leitete einige Trainingseinheiten. In den kommenden Wochen möchte der MTV einen neuen Trainer präsentieren. „Der U19-Bereich ist immer ein Aushängeschild für einen Verein, da ist es wichtig, dass wir eine gute Lösung finden“, sagt Topf.

SSV Vorsfelde

Wie der MTV Gifhorn spielen auch die A-Junioren des SSV Vorsfelde in der Landesliga. Der Verein rechnete damit, dass der ältere U19-Jahrgang Pandemie-bedingt vor einer ungewöhnlichen Saison steht, wie Trainer André Thiele erzählt. „Wir sind mit allen Herren-Mannschaften in guter Verbindung, einige Spieler haben in der Ersten und Zweiten mittrainiert“, sagt Thiele. Wie Cuccia sieht auch Thiele das Hauptproblem darin, dass durch den Saison-Abbruch die Spielpraxis fehlt. „Denn die ist natürlich eine ganz andere, als wenn Trainingsspiele absolviert werden.“

Elf Spieler wechseln aus der A-Jugend des SSV in den Herren-Bereich, einige von ihnen wurden bereits im Pokal-Wettbewerb in der Kreisliga-Mannschaft von Trainer Leon Schroeder oder in Testspielen im Landesliga-Kader von Willi Feer eingesetzt. Wohin der Weg für die einzelnen Akteure hingehen wird, hält sich der Verein noch offen. „Im Sommer werden wir hoffentlich eine vernünftige Vorbereitung haben und wollen da variabel sein“, sagt der Sportliche Leiter André Bischoff. „Man muss beachten, dass die Spieler nicht so im Saft stehen, wie es sonst nach einer normalen Saison der Fall gewesen wäre.“