03. November 2019 / 16:52 Uhr

Zwei Sekunden fehlen zum Punkt: SC DHfK Leipzig unterliegt im Derby gegen Magdeburg

Zwei Sekunden fehlen zum Punkt: SC DHfK Leipzig unterliegt im Derby gegen Magdeburg

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Bastian Roscheck (DHfK 19) gegen Marko Bezjak (SCM 25)
Leipzigs Bastian Roscheck versucht den Magdeburger Spielmacher Marko Bezjak am Torwurf zu hindern. © Christian Modla
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Viel Aufwand, viele Fehler, keine Punkte: Der SC Magdeburg setzt beim SC DHfK Leipzig zum richtigen Zeitpunkt den „tödlichen“ Treffer und gewinnt 26:25 (12:11).

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Leipzig. WAS! FÜR! EIN! SPIEL! Der SC DHfK Leipzig und der SC Magdeburg haben sich am Sonntagnachmittag einen hoch-emotionalen und mitreißenden Fight geliefert. Das besser Ende hatten die Gäste für sich. Vor 6120 Zuschauern in der ausverkauften Arena Leipzig sicherten sie sich mit einem Treffer durch Daniel Pettersson zwei Sekunden vor Schluss den 26:25 (12:11)-Sieg.

Starke Magdeburger Mitte

Bereits vor dem Anpfiff war der Lärmpegel derart gestiegen, dass Hallensprecher Sascha Röser nur noch teilweise zu verstehen war. Auch optisch machte die Kulisse was her. Die Fans hatten vorab grün leuchtende Armbänder erhalten. Wohin das Auge reichte, es blinkte. Wie es sich für ein Derby gehört, war die Promidichte hoch. Neben Oberbürgermeister Burkhard Jung, einer größeren Abordnung von RB Leipzig rund um Dayot Upamecano und Stefan Ilsanker gehörte auch Bundestrainer Christian Prokop zu den Zuschauern.

Die sahen einen SC DHfK, der loslegte wie die Feuerwehr. Nach vier Minuten stand ein 3:1 zu Buche. Danach wurde es zäher, härter, enger. Die SCM-Defensive um die Hünen Zeljko Musa und Piotr Chrapkowski in der Mitte rückten früh heraus, machten es den Hausherren schwer, überhaupt in Wurfposition zu kommen.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur 25:26-Niederlage des SC DHfK

SC DHfK Leipzig - SC Magdeburg (25:26) Zur Galerie
SC DHfK Leipzig - SC Magdeburg (25:26) ©
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Zudem entwickelten sich fast schon kuriose Probleme in Sachen Ballsicherheit. Teilweise wirkte es von außen, als sei die Pille mit Schmierseife statt Haftmittel eingerieben. Sowohl die Führung zu Beginn als auch das 8:6 nach 19 Minuten gingen auf diese Weise verloren. Immerhin: Auch die Gäste aus der Börde verfummelten in schöner Regelmäßigkeit einfache Zuspiele. Sicherer präsentierten sich da beide Keeper, vor allem in der Anfangsphase. Sowohl Jannick Green als auch Joel Birlehm hatten nach zehn Minuten bereits vier Paraden auf dem Konto.

Führung wechselt mehrfach

In einer von den Abwehrreihen dominierten Partie ging es mit 11:12 in die Kabinen. Während die Handballer den Ansprachen ihrer Trainer lauschten, brachte auf dem Parkett Roman Petermann seine Versionen von „Looking for Freedom“ und „Über sieben Brücken musst du gehen, sieben Handballgegner überstehen“ zu Gehör. Anlass: der 30. Jahrestag des Mauerfalls. Der Wiederanpfiff sorgte für Erlösung.

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zur 25:26-Heimniederlage des SC DHfK Leipzig

Bastian Roscheck (SC DHfK Leipzig): Du darfst Magdeburg in der Schlussphase eigentlich nicht mehr in den Ballbesitz kommen lassen. Aber ich will auch niemandem einen Vorwurf machen. Wir können es runterspielen oder sagen, wir nehmen den Wurf, machen ihn rein und gewinnen das Ding. Es war insgesamt so eng - ich finde ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. Auf jeden Fall ein würdiges Derby. Zur Galerie
Bastian Roscheck (SC DHfK Leipzig): "Du darfst Magdeburg in der Schlussphase eigentlich nicht mehr in den Ballbesitz kommen lassen. Aber ich will auch niemandem einen Vorwurf machen. Wir können es runterspielen oder sagen, wir nehmen den Wurf, machen ihn rein und gewinnen das Ding. Es war insgesamt so eng - ich finde ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. Auf jeden Fall ein würdiges Derby." ©

Die Intensität des Schlagabtauschs blieb in der Folge beiderseits hoch, ebenso die Anfälligkeit für Fehler. Zwischenzeitlich konnte man sich ob der Fehlabspiele nur ungläubig die Augen reiben. Die Führung wechselte häufig, keinem der Kontrahenten gelang es zunächst, sich entscheidend abzusetzen.

Dramatik pur

Die ersten Fans erhoben sich rund zehn Minuten vor Ultimo von ihrem Plätzen. Die Arena wurde nun vollends zum Tollhaus. Ob die letzten, die vielleicht entscheidenden Anweisungen der Trainer die Teams akustisch überhaupt erreichen konnten? Unklar. Bennet Wiegert nahm in der 54. Minute noch einmal eine Auszeit. Vorteil: 30 Sekunden fast schon idyllische Ruhe und die Möglichkeit für wichtige Botschaften. Die beiden folgenden Magdeburger Angriffe gingen allerdings in die Hose. Die Folge: 25:23 für Leipzig. Sollte das reichen?

Nein! Der SCM stellte nun auf eine offensiv-aggressive 5:1-Deckung um. Das wirkte: 25:25. Noch eine Minute zu gehen. Noch einmal Auszeit, diesmal die Gastgeber. Sämtliche anwesenden Radio-Reporter kurz vor dem Infarkt. Wurf Patrick Wiesmach. Green hält. 14 Sekunden bleiben. Auszeit Magdeburg. Pettersson wirft. 25:26. Der Rest ist Traurigkeit.

Die Statistik zum Spiel:

Leipzig: Vortmann; Birlehm; Semper (2); Wiesmach (5); Krzikalla (2/2); Binder (5); Janke (2); Müller; Roscheck; Weber (6); Mamic; Remke; Gebala; Milosevic (2); Kristjansson (1); Santos.

Magdeburg: Thulin; Green; Musa; Chrapkowski (1); Musche (1); Steinert (2); Pettersson (9/4); Hornke; Kuzmanovski; Schmidt; Mertens (4); Lagergren (1); O‘Sullivan (2); Bezjak (4); Damgaard; Preuss.

Siebenmeter: Leipzig 2/2; Magdeburg 4/4.

Strafen: Leipzig 3; Magdeburg 2.

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