19. April 2021 / 21:35 Uhr

Zwei Spiele, sieben Gegentore! Wolfsburg-Manager Schmadtke: "Wir müssen unsere Sinne schärfen"

Zwei Spiele, sieben Gegentore! Wolfsburg-Manager Schmadtke: "Wir müssen unsere Sinne schärfen"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Möchte Maxence Lacroix (l.) gern halten: Jörg Schmadtke, der Manager des VfL Wolfsburg.
Möchte Maxence Lacroix (l.) gern halten: Jörg Schmadtke, der Manager des VfL Wolfsburg. © imago images/Horstmüller
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Sieben Gegentore in zwei Spielen - beim VfL Wolfsburg wird vor dem Duell mit dem VfB Stuttgart über die Abwehr diskutiert, die zuletzt zweimal in Folge löchrig war.

Der Blick auf die Tabelle kann sich weiterhin sehen lassen. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung des VfL als Tabellendritter der Fußball-Bundesliga auf den ersten Nicht-Champions-League-Platz. Und doch gibt es ein Aber: Die Abwehr, das Wolfsburger Prunkstück in dieser Saison, war sowohl beim 3:4 in Frankfurt als auch am Samstag beim 2:3 gegen die Bayern ungewohnt löchrig. Und so fordert VfL-Manager Jörg Schmadtke vor dem Duell am Mittwochabend (20.30 Uhr) beim VfB Stuttgart: „Wir müssen unsere Sinne schärfen, was die Defensivarbeit anbelangt.“

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Der erfahrene Manager weiß, dass die Zeit bis zum nächsten Spiel knapp ist. Aber die vielen Gegentore zuletzt „müssen noch mal klar in den Fokus gerückt werden“, sagt er. „Denn wir haben innerhalb einer Woche sieben Gegentore bekommen – das darf man nicht vergessen. Das ist zu viel. Da muss man fragen: Warum ist das so?“ Schmadtke wünscht sich gleichwohl eine „vernünftige Einordnung“ der jüngsten Ergebnisse und betont, dass der VfL mit den Frankfurtern und den Münchnern gegen zwei Mannschaften mit unglaublich viel Offensiv-Power gespielt habe. Und doch war dieses entschlossene Zupacken, diese letzte Konsequenz beim Verteidigen nicht mehr in der Häufigkeit zu sehen wie noch in den Wochen zuvor.

Im Duell mit dem VfB muss Trainer Oliver Glasner seine Hintermannschaft umbauen, die beiden Außenverteidiger Paulo Otavio und Kevin Mbabu müssen jeweils eine Gelbsperre abbrummen. Jerome Roussillon (links) und Ridle Baku (rechts) dürften für das Duo übernehmen. Aber dann würde Letzterer auf dem offensiven Flügel fehlen, Baku ist mit sechs Toren und fünf Vorlagen immerhin zweitbester VfL-Scorer.

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Erstmals in dieser Bundesliga-Saison haben die Wolfsburger nun zwei Liga-Niederlagen in Folge hinnehmen müssen, was aber nicht nur an den ungewohnten Schwächen in der Defensive gelegen habe, sagt Schmadtke. Auch in der Offensive gab's Luft nach oben, wie es in der Fußballsprache gern mal heißt. „Wir machen drei Tore in Frankfurt und zwei gegen die Bayern – das ist alles okay. Und trotzdem geht man nach Hause und denkt: Naja, in Frankfurt haben wir noch zwei, drei Chancen gehabt, gegen die Bayern haben wir noch zwei, drei Chancen gehabt." Es wäre also noch mehr drin gewesen: Deswegen müsse „die Schärfung“ auf allem liegen - „aber vor allem auf der Defensive“, wie der 57-Jährige betont.

29 Gegentore haben die Wolfsburger in 29 Spieltagen nun hinnehmen müssen, damit haben sie nach Leipzig (23 Gegentore) immer noch die zweitbeste Abwehrreihe der Liga. Sie jagen in dieser Spielzeit einen Rekord aus der Spielzeit 2014/15, in der der VfL nur 38 Gegentore kassiert hatte, so wenige wie noch nie in seiner Erstliga-Historie. 14 Mal hat der VfL in dieser Bundesliga-Saison schon zu null gespielt, zehnmal war es ihm allein 2021 gelungen – hätte es die beiden Ausreißer zuletzt nicht gegeben, dann wäre den Wolfsburgern dieser Defensiv-Rekord jetzt schon fast sicher.

Aber trotz der sieben Gegentore nun steht der VfL nach 29. Spieltagen immer noch besser da als damals. Er hat zwei Tore weniger kassiert als vor sechs Jahren. Und: Im Hinspiel gegen den VfB stand beim VfL die Null. Steht die auch am Mittwochabend? Nach so vielen Gegentoren zuletzt wäre das nicht nur für die Köpfe der Profis gut - nein, es wäre auf der Zielgeraden der Saison im Kampf um die Königsklasse auch ein starkes Signal an die Konkurrenten.