25. Februar 2016 / 02:04 Uhr

Zwei verhaftete Hansa-Sprayer sind im Ostseestadion verewigt

Zwei verhaftete Hansa-Sprayer sind im Ostseestadion verewigt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Verhaftet: Hier wird einer der Straftäter in Handschellen in den Polizeiwagen geführt. OZ-Screenshot von N24
Verhaftet: Hier wird einer der Straftäter in Handschellen in den Polizeiwagen geführt. OZ-Screenshot von N24
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U-Bahn-Schmierereien in Chile: Trio gegen Zahlung einer Kaution auf freiem Fuß

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Drei Anhänger des FC Hansa Rostock sind in Santiago de Chile von der Polizei festgenommen worden. Die Männer wurden in der Nacht zu Dienstag in der chilenischen Hauptstadt von einer Überwachungskamera gefilmt, als sie eine U-Bahn mit Hansa-Schriftzügen besprühten.

Als Sicherheitsbeamte am Tatort eintrafen, ergriffen die Männer die Flucht. An der Haltestelle Laguna Sur wurden sie geschnappt und der Polizei übergeben. Bei den Männern handelt es sich nach Polizeiangaben um Student Oliver N. (28), Florian G. (25) und Taxifahrer Oliver S. (27). Bei ihnen wurden diverse Spraydosen, Hansa-Sturmhauben sowie Video- und Fotokameras sichergestellt.

Pikant ist, dass zwei der drei in Chile festgenommenen Hansa-Fans seit 2014 auf einem Graffito im Ostseestadion verewigt sind. Damals gab es massive Kritik am Klubvorstand, der es zulasse, dass Gewalttätern im Stadion ein Denkmal gesetzt wird. „Vielleicht sollte man die abgebildeten Köpfe austauschen“, hatte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) vorgeschlagen: „Hier sind offensichtlich Leute porträtiert worden, die Fußball als Gewaltorgie betrachten.“

Der damalige Hansa-Chef Michael Dahlmann fand es indes „irrelevant“, dass das Bild auch Stadionverbotler zeigt und lehnte ab, es übermalen zu lassen. Den Vorwurf, der Klub setze Gewalttätern damit ein Denkmal, wies Dahlmann zurück: „Das hat mit Denkmal nichts zu tun. Ich habe das als Projekt gesehen, um Gewalttäter auf andere Gedanken zu bringen. Das ist ein Präventionsansatz, nichts anderes.“

Dahlmann trat im vergangenen Jahr zurück, als seine enge Bindung zur Ultra-Szene bekannt wurde.

Maria Ines Soto von der Metro Santiago erklärte: „Wir verurteilen nicht nur die Tat, sondern werden auch strafrechtlich gegen die Männer vorgehen.“ Nach Angaben der chilenischen Polizei hätten die Männer, die am 15. Februar als Touristen in das südamerikanische Land eingereist waren, die 12500 Kilometer lange Reise ausschließlich angetreten, um Graffitis zu sprühen.

In einem Video des Nachrichtensenders N24 wird darüber spekuliert, ob die Aktion in Chile Teil eines neuen Graffiti-Films ist. Unter dem Titel „Blau-weiß-rot“ (Hansas Vereinsfarben), wird im Internet eine DVD gehandelt, auf der Hansa-Anhänger gezeigt werden, die in Moskau, Neapel und Mexico -City Züge besprühen. Der bekannte Rapper und Hansa-Fan Marteria war in einem Trailer für die DVD „Blau-weiß-rot“ aufgetreten.

Die drei Deutschen wurden gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von umgerechnet jeweils 780 Euro freigelassen. Staatsanwältin Lisette Mora sagte, die Hansa-Fans müssten zudem den an der Metro entstandenen Schaden bezahlen. In Deutschland drohen den Männern keine weiteren Strafen. Damit kommt das Trio vergleichsweise glimpflich davon. Zwei Leipziger, die sich im November in Singapur auf einer U-Bahn verewigt hatten, waren zu neun Monaten Haft und Stockhieben verurteilt worden.

OZ