07. Januar 2021 / 18:04 Uhr

Nach zweieinhalb Jahren: Immer noch Streit um geplatzten Younes-Transfer nach Wolfsburg

Nach zweieinhalb Jahren: Immer noch Streit um geplatzten Younes-Transfer nach Wolfsburg

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Seit Oktober bei Eintracht Frankfurt: Amin Younes.
Seit Oktober bei Eintracht Frankfurt: Amin Younes. © dpa
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Vor zweieinhalb Jahren wäre Amin Younes (jetzt bei Eintracht Frankfurt) fast beim VfL Wolfsburg gelandet. Der geplatzte Wechsel beschäftigt nun das Landgericht Braunschweig.

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Amin Younes spielte für Borussia Mönchengladbach, den 1. FC Kaiserslautern, Ajax Amsterdam und den SSC Neapel, aktuell steht er - per Leihe - für Eintracht Frankfurt auf dem Rasen. Für den VfL spielte der offensive Mittelfeldmann nie. Und doch muss sich der Wolfsburger Fußball-Bundesligist, der im Frühjahr 2018 stark an einer Younes-Verpflichtung interessiert war, mal wieder mit dem Spieler beschäftigen. Denn vor dem Landgericht Braunschweig ist eine Klage gegen den VfL eingegangen, wie die zuständige Richterin der Bild bestätigte. Inhalt: Der ehemalige Younes-Berater Sedat Duraki fordert von den Wolfsburgern eine Provision ist sechsstelliger Höhe - für einen Wechsel, der nie zustande kam.

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Der damalige VfL-Sportdirektor Olaf Rebbe wollte Younes, dessen Vertrag bei Ajax auslief, zum Sommer 2018 ablösefrei nach Wolfsburg locken, die Gespräche waren sehr weit. Ob aber ein Vertrag, den Younes bereits beim VfL unterschrieben gehabt haben soll, wirksam wurde, wurde nie abschließend geklärt. Klar war nur: Der SSC Neapel pochte darauf, den gebürtigen Düsseldorfer bereits zuvor unter Vertrag genommen zu haben - was Younes seinerseits bestritt. Der VfL, bei dem mittlerweile Jörg Schmadtke als Geschäftsführer angetreten war, beendete im Juli 2018 das Transfertheater mit einem Machtwort und erklärte das Thema aus VfL-Sicht für beendet. Für zusätzliche Irritation hatte ein Zoff zwischen Younes' Noch-Verein Ajax und dem Spieler gesorgt, der damals 24-Jährige hatte eine Einwechslung verweigert.

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Neapel bestätigte schließlich die Younes-Verpflichtung, wegen einer Achillessehnen-Verletzung kam der Spieler allerdings erst im Dezember 2018 zu seinem ersten Einsatz in der Serie A. Stammspieler in Neapel wurde Younes, der auch fünf A-Länderspiele für Deutschland absolvierte, weder unter Cheftrainer Carlo Ancelotti noch unter dessen Nachfolger Gennaro Gattuso.

Mit seinem Berater, der jetzt die Klage gegen den VfL auf den Weg bringt, überwarf sich Younes zwischenzeitlich - es kam zum öffentlichen Streit. „Amin soll sich nicht als Opfer darstellen! Er ist kein Opfer von Beratern. Ich kenne Menschen, mit zwei Gesichtern. Er hat allerdings gar keins. Er ist falsch!“, so Duraki im September 2018 in der Bild. Younes hatte zuvor in einem DPA-Interview abgestritten, je einen Vertrag in Neapel und beim VfL Wolfsburg unterzeichnet zu haben. Duraki behauptete das Gegenteil.


Der vermeintliche Vertrag mit dem VfL hätte Duraki eine Provision beschert, die er sich nun offenbar mittels Klage im Nachhinein sichern möchte. Der Wolfsburger Klub wartet jetzt auf Post vom Landgericht - und will sich vorher zu dieser Angelegenheit nicht äußern.