07. Mai 2018 / 06:00 Uhr

Zweikampf der Woche: Ist die Relegation wirklich gerecht?

Zweikampf der Woche: Ist die Relegation wirklich gerecht?

Florian Wichert und Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Trainer Bruno Labbadia rettete 2015 den Hamburger SV in Karlsruhe vor dem Abstieg. Aber ist der Modus wirklich gerecht?
Trainer Bruno Labbadia rettete 2015 den Hamburger SV in Karlsruhe vor dem Abstieg. Aber ist der Modus wirklich gerecht? © imago/Eibner
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T-Online.de und der SPORTBUZZER diskutieren jede Woche im Zweikampf kontrovers die Themen, über die Deutschland spricht. Diesmal: Ist die Relegation zwischen dem 16. der Bundesliga und dem Drittplatzierten in Liga zwei gerecht? Heiko Ostendorp und Florian Wichert im Duell. Wer überzeugt Euch? Ihr könnt abstimmen.  

PRO: Ja, diese Spiele sind das Sahnehäubchen

von Florian Wichert, Head of Fußball und Sport bei t-online.de

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Jede Woche meckern Fußballfans und Experten: keine Spannung, miese Stimmung, fehlende Emotionen. Man kann und darf tatsächlich darüber streiten, ob die Bundesliga aufgrund der Bayern-Dominanz und fehlender Konkurrenz zur Gähn-Liga verkommen ist. Aber in zwei Spielen geht es noch mal um alles oder nichts. In der Relegation werden Helden geboren, Tränen vergossen – genau von diesen Momenten lebt der Fußball.

Mehr zur Relegation

Gerade im sonst (leider) so häufig trüben Alltag geht es nach der Saison noch mal richtig zur Sache – und hier zeigt sich, wer sich den Platz unter den besten 18 Teams in Deutschland verdient hat.

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Dass sich in den meisten Fällen der Erstligist durchsetzte, ist kein Glück oder Zufall, sondern entspricht schlicht und einfach dem Leistungsprinzip. Wenn es gegen den Drittletzten der 1. Liga (meist der Hamburger SV) nicht reicht, reicht es auch nicht für eine ganze Saison. Das klingt hart, ist aber gerecht. Und spannend wird es obendrein.

2009 wurde die Bundesliga-Relegation wieder eingeführt. Alle bisherigen Begegnungen im Überblick:

Der <b>SPORT</b>BUZZER blickt in der Galerie auf alle Relegationsduelle seit 2009. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER blickt in der Galerie auf alle Relegationsduelle seit 2009. ©

CONTRA: Nein, weil der falsche Klub belohnt wird

von Heiko Ostendorp, SPORTBUZZER-Fußballchef

Vor neun Jahren hat die DFL die Relegation wieder eingeführt. Die Bilanz: Siebenmal setzte sich der Erstligist durch und wurde für eine verkorkste Saison am Ende noch belohnt. Jedes Mal wurde der Zweitligist für eine super Saison bestraft. Die Relegation ist an Ungerechtigkeit kaum zu übertreffen und gehört dringend wieder abgeschafft.

Die einseitige Bilanz ist keine Überraschung, schließlich entsprechen Etat und Kader der Klubs der jeweiligen Liga. Beides würde der Zweitligist in der Sommerpause an die 1. Liga anpassen – wenn nicht diese überflüssigen Relegationsspiele dazwischenkommen würden. Ein Freistoß in der Nachspielzeit, eine unglückliche Schiedsrichter-Entscheidung oder ein einziger Patzer können über Arbeitsplätze bei den Vereinen, Millionen in den Klubkassen und Karrieren entscheiden.

Kein Wunder, dass es jedes Jahr Ausschreitungen, Platzstürme und Eskalationen gibt. Der einzige Profiteur neben dem Bundesligisten ist die DFL, die ordentlich Kohle aus der Relegation zieht. Deshalb: Schluss damit!