05. Februar 2018 / 06:00 Uhr

Zweikampf der Woche: Muss 50+1 fallen?

Zweikampf der Woche: Muss 50+1 fallen?

Florian Wichert und Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sané, Dembélé, Aubameyang - drei Spieler, die dem großen Geld folgten.
Sané, Dembélé, Aubameyang - drei Spieler, die dem großen Geld folgten. © Getty Images/Imago
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Jede Woche duellieren sich T-Online.de und der SPORTBUZZER im Zweikampf der Woche und diskutieren kontrovers die Themen, über die Deutschland spricht. In dieser Woche geht es um die 50+1-Regel. Heiko Ostendorp und Florian Wichert im Duell.

Jetzt seid ihr dran! Muss 50+1 fallen? Stimmt ab!

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Heiko Ostendorp, Fußballchef beim Sportbuzzer: "Es würde sich nichts ändern"

Der Fußball in Deutschland steht am Scheideweg: Die Kluft zwischen Fans und Klubs wird immer größer, der Wahnsinn um Gehälter und Ablösesummen immer befremdlicher. Nun auch noch die 50+1-Regel zu kippen, wäre ein fatales Signal in die falsche Richtung. Statt einen Schritt zurück zur Basis zu machen, würde man den Weg für weitere Paten öffnen, denen es am Ende nur um den eigenen Profit und nicht um die Liebe und Leidenschaft zu einem Klub geht. Das mag naiv und romantisch klingen – aber an welchen Werten soll man sich bitte sonst noch festhalten? Zumal eine Abschaffung von 50+1 aus meiner Sicht nichts ändern würde: Die großen Investoren würden bei den großen Klubs einsteigen, die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter auseinandergehen. Und wer sich mehr Spannung verspricht, muss nur nach England schauen: Obwohl dort alle Topklubs einen steinreichen Investor haben, marschiert Manchester City unaufhaltsam an der Tabellenspitze vorn weg.

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Kroos, de Bruyne, Mkhitaryan, Sané, Gündogan, Dembélé, Aubameyang – die Liste der Topstars, die die Bundesliga verlassen haben, ist lang. Mit Keita wird sie noch länger. Wie lang muss sie noch werden, bis endlich etwas passiert? Wir stehen gut da, sagt Uli Hoeneß. Wir sollten eine ehrliche Liga bleiben, sagt Max Eberl. Das Problem: In der Bundesliga wird nicht weniger gelogen als in anderen Ligen. Und selbst wenn das so wäre: Was wollen Sie im Stadion sehen – Ehrlichkeit oder vielleicht doch lieber Stars, tolle Tricks, guten Fußball und Erfolge? Es ist kein Zufall, dass die Stadion-Auslastung in der Bundesliga mit 91,7 Prozent so niedrig ist wie zuletzt vor acht Jahren.Die Meisterschaft ist bei 18 (!) Punkten Vorsprung für Bayern an Langeweile nicht zu übertreffen. Im Europacup haben sich die deutschen Klubs außer Bayern gnadenlos blamiert. Die Liga und ihre Vereine haben nur eine Chance: Investoren. Und für die sind die Klubs nur interessant, wenn die 50+1-Regel fällt. Je schneller, desto besser.