22. Mai 2018 / 06:00 Uhr

Zweikampf der Woche: Wird Deutschland Sandro Wagner bei der WM vermissen?

Zweikampf der Woche: Wird Deutschland Sandro Wagner bei der WM vermissen?

Florian Wichert und Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sandro Wagner wurde von Bundestrainer Joachim Löw nicht für die WM nominiert.
Sandro Wagner wurde von Bundestrainer Joachim Löw nicht für die WM nominiert. © imago/photoarena/Eisenhuth
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Der SPORTBUZZER und t-online.de diskutieren jede Woche im Zweikampf kontrovers die Themen, über die Deutschland spricht. Diesmal: Seine Nicht-Nominierung sorgte für große Diskussionen in Deutschland. Aber wie wichtig ist Sandro Wagner wirklich? Wird er dem DFB-Team auf der Jagd nach dem fünften WM-Titel fehlen? 


PRO: Ja, weil Wagners Mentalität fehlen wird

von Heiko Ostendorp, SPORTBUZZER-Fußballchef

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Eier, wir brauchen Eier. Dieses Zitat von Oliver Kahn kennt jeder – der Ex-Torwart wollte damit sagen, dass die größte Qualität wertlos ist, wenn man keine Mentalität hat. Sandro Wagner hat die Mentalität, die ein Team bei einer WM braucht – das hat der Stürmer bewiesen.

Als er sich in der Winterpause von Hoffenheim zum FC Bayern verabschiedete, lachte die halbe Nation. Er antwortete mit acht Toren in 14 Spielen. Als er Nationalspieler wurde, schüttelten viele Experten den Kopf. Was folgte, waren fünf Treffer in acht Spielen – und viele flotte Sprüche.

Dass ihn diese die WM-Teilnahme gekostet haben sollen, ist ein Witz. Sportliche Argumente gibt es ohnehin nicht. Ein Typ wie Wagner hätte Löws stromlinienförmiger Truppe sicher gut getan. Zumal er alles andere als ein Stinkstiefel, sondern vielmehr ein Teamplayer ist, wie jeder Bayern-Mitspieler bestätigt. Doch Leute, die selbstbewusst bis unter die Decke und mitunter auch unbequem sind, weil sie offen ihre Meinung sagen, sind beim DFB offenbar nicht mehr gefragt. Schade eigentlich.

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Das ist Deutschlands vorläufiger WM-Kader - mit Rückennummern

Rückennummer 1 – Manuel Neuer (FC Bayern): Stand zum ersten Mal am 29. Mai 2009 im Kader der Nationalmannschaft. Neun Jahre später fährt er mit dem Team zu seiner dritten WM. Zur Galerie
Rückennummer 1 – Manuel Neuer (FC Bayern): Stand zum ersten Mal am 29. Mai 2009 im Kader der Nationalmannschaft. Neun Jahre später fährt er mit dem Team zu seiner dritten WM. ©

CONTRA: Nein, Löw braucht keine Egoisten

von Florian Wichert, Head of Fußball und Sport bei t-online.de

Er ist vielleicht in der Form seines Lebens. Fünf Tore in acht Länderspielen, acht Tore in 14 Spielen als Backup von Robert Lewandowski bei Bayern. Warum nimmt Löw so einen nicht mit zur WM? Der Bundestrainer braucht sich gar nicht zu rechtfertigen – Wagner gab die Antwort in der vergangenen Woche innerhalb von vier Tagen selbst.

Er trat beleidigt aus der Nationalmannschaft zurück, schoss gegen Löw (“Ich kann das natürlich nicht ernst nehmen“). Dann warf er nach der Niederlage im Pokalfinale am Sonnabend auch noch seine Medaille frustriert ins Publikum, bevor er mit den Kollegen in die Kabine stapfte, statt den Frankfurtern bei der Siegerehrung Respekt zu erweisen.

Vorsicht, Fiete Arp! 20 Fußballer, die bei den Bayern einen Karriereknick erlitten

Fiete Arp hat sich den Traum vom Wechsel zum FC Bayern erfüllt - doch er muss gewarnt sein: Der Rekordmeister kann zum Karrierekiller werden, wie der <b>SPORT</b>BUZZER in einer Galerie aufzeigt. Zur Galerie
Fiete Arp hat sich den Traum vom Wechsel zum FC Bayern erfüllt - doch er muss gewarnt sein: Der Rekordmeister kann zum Karrierekiller werden, wie der SPORTBUZZER in einer Galerie aufzeigt. ©

Löw hat es sich ohnehin verdient, Entscheidungen auch mal aus dem Bauch heraus treffen zu dürfen. Die gegen Wagner hat sich schon jetzt als richtig erwiesen. Spieler mit eigener Meinung, Charakterstärke und Führungsqualitäten braucht die Nationalmannschaft – unsportliche, egoistische und schnell beleidigte wie Wagner dagegen nicht.

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