14. Juni 2021 / 15:44 Uhr

Zweikampf: Leroy Sané oder Kai Havertz – wer sollte gegen Frankreich in der DFB-Startelf stehen?

Zweikampf: Leroy Sané oder Kai Havertz – wer sollte gegen Frankreich in der DFB-Startelf stehen?

Heiko Ostendorp und Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Leroy Sané (links) oder Kai Havertz? Bundestrainer Joachim Löw hat am Dienstag die Qual der Wahl.
Leroy Sané (links) oder Kai Havertz? Bundestrainer Joachim Löw hat am Dienstag die Qual der Wahl. © IMAGO/Montage
Anzeige

Die deutsche Nationalmannschaft trifft am Dienstag auf Frankreich. Der Bundestrainer muss bis dahin entscheiden, wen er für die Startelf nominiert: Bayern-Profi Leroy Sané oder doch Kai Havertz vom FC Chelsea? Unsere DFB-Reporter diskutieren die Personalien.

Anzeige

Kurz vor dem EM-Start der deutschen Mannschaft gibt es nur noch wenige offene Fragezeichen, was die Besetzung der Startelf gegen Frankreich betrifft. Während klar sein dürfte, dass Rückkehrer Thomas Müller und sein Bayern-Kollege Serge Gnabry ihren Platz in der Offensive sicher haben, muss Bundestrainer Joachim Löw noch festlegen, wer den dritten Platz in der ersten Angriffsreihe bekommt. Champions-League-Finaltorschütze Kai Havertz vom FC Chelsea – oder Leroy Sané vom FC Bayern. Auf wen sollte Löw bauen? Unsere Nationalmannschafts-Reporter Heiko Ostendorp und Tobias Manzke tauschen Argumente aus.

Anzeige

Leroy Sané macht den Unterschied

von SPORTBUZZER-Chefreporter Tobias Manzke

Er ist gesegnet mit Talent: Leroy Sané ist der beste Fußballer in der deutschen Nationalmannschaft. Mit dem Ball am Fuß kann er alles, der Kopf ist leider sein Problem. Ihm fehlt der letzte Biss, um ein ganz Großer zu werden. Noch. Sollte Sané deshalb gegen Frankreich auf der Bank sitzen? Nein. Die Besten müssen spielen, und da gehört der Bayern-Star ohne Frage dazu. Er ist kein Lautsprecher, der wie Thomas Müller oder Joshua Kimmich auf dem Platz ständig auf Sendung ist.

Das muss er auch nicht sein, das ist nicht seine Aufgabe. Sané gibt dem DFB-Team Qualitäten wie sonst kein anderer Profi in der Mannschaft. Seine Hochgeschwindigkeitsdribblings gepaart mit der unglaublichen Technik und der Torgefahr hat so keiner drauf. Sané ist der Unterschiedsspieler, wie ihn Weltmeister Frankreich mit Kylian Mbappé oder Portugal mit Cristiano Ronaldo in den Reihen haben. So weit ist Kai Havertz noch nicht. Joachim Löw sollte deshalb nicht auf Sané verzichten. Der Bundestrainer weiß, was er von ihm bekommen kann: eine Weltklasseleistung. Es liegt auch an Löw, die herauszukitzeln. Er braucht Sané in dieser Hammergruppe.

Kai Havertz birgt weniger Gefahren

von RND-Sportchef Heiko Ostendorp

Es ist nicht nur das sogenannte Momentum, das dafür spricht, in der Startelf gegen Frankreich auf Kai Havertz zu setzen. Klar kommt der "Held von Porto" mit dem maximal möglichen Selbstvertrauen nach seinem Siegtor im Champions-League-Finale für den FC Chelsea.

Doch die Partie hat vor allem gezeigt, dass Havertz mittlerweile auf allerhöchstem Niveau in der Lage ist, den Unterschied auszumachen. Er war als Anspielstation und Ballverteiler ein Fixpunkt in der Offensive, arbeitete aber auch intensiv mit nach hinten und spulte ein Pensum ab, welches auch beim DFB-Team gegen den Weltmeister gefragt sein wird. In Eins-gegen-eins-Situationen ist Havertz sicher nicht so explosiv wie Sané, doch mit seiner Sicherheit im Passspiel birgt seine Aufstellung auch weniger Gefahren für gefährliche Kontersituationen. Und diese muss Deutschland gegen die Raketenoffensive um Kylian Mbappé unbedingt vermeiden.

Sané hat (im Gegenteil zu Havertz) in der Vorbereitung zu wenig gezeigt, damit der Bundestrainer auf ihn setzen müsste. Vielleicht ist er mit seinem Tempo als Edeljoker ohnehin besser aufgehoben.