29. November 2021 / 18:05 Uhr

Zweikämpfe, Special Teams, Auswärts-Treffer: Daran müssen die Grizzlys nun arbeiten

Zweikämpfe, Special Teams, Auswärts-Treffer: Daran müssen die Grizzlys nun arbeiten

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wenn die Topscorer nicht punkten, sind andere gefragt: Doch beispielsweise Toto Rech (r.) hat seit neun Spielen Ladehemmungen.
Wenn die Topscorer nicht punkten, sind andere gefragt: Doch beispielsweise Toto Rech (r.) hat seit neun Spielen Ladehemmungen. © Boris Baschin
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Nach dem straffen Programm nach der Deutschland-Cup-Pause haben die Grizzlys Wolfsburg nun mal wieder eine ganze Trainingswoche. Coach Mike Stewart und sein Team haben einige Stellschrauben, an denen sie drehen wollen. Positiv: Luis Schinko ist wieder einsatzbereit.

Sie hatten schon mal ein wenig mehr Schwung, die Grizzlys Wolfsburg. Die Ausbeute nach der Deutschland-Cup-Pause war beim deutschen Eishockey-Vizemeister nicht schlecht, sie war ausgeglichen, womit die Grizzlys unter ihrem Schnitt liegen. "Auswärts tun wir uns schwer, das ist die Problematik", sagt Manager Charly Fliegauf. In der Tat kamen aus den vier Partien sechs Punkte - allesamt daheim und dabei wurden sieben Tore erzielt. Auswärts genau eines. Von daher können zwei Niederlagen in der Fremde nicht überraschen.

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Nach der Spielpause hatte gleich wieder ein straffes Programm mit vier Spielen in acht Tagen gewartet, "jetzt ist mal wieder eine normale Trainingswoche", sagt Coach Mike Stewart und ist froh darüber. Denn so kann er gezielter an einigen Stellschrauben drehen. Was ihm unter anderem in Köln nicht gefallen hatte: "Die Verwertung, der Abschluss. Und wir müssen schneller in die Zweikämpfe kommen", um zu verhindern, dass man unter Druck gerate. Die Haie konnten so mehrfach Drangphasen aufbauen.

Mehr zu den Grizzlys Wolfsburg

Vor allem aber sollen die Specials Teams wieder ihren Fokus finden. Wie das mit Statistiken so ist: Die Grizzlys sehen in den Specials Teams immer noch super aus, wenn man auf die Gesamtbilanz schaut. In Unterzahl waren sie vom Saisonstart weg sensationell, belegen immer noch sehr solide Rang zwei. Nur: In den vergangenen vier Partien kassierten sie stets ein Gegentor in Unterzahl. Im Powerplay wiederum hatte sich Wolfsburg mächtig vorwärts bewegt. Jetzt ist man immer noch Fünfter, aber: Zuletzt gelang in vier Partien nur noch ein Überzahltor. Im Powerplay fehlt es auf einmal an Genauigkeit beim Torschuss und im Passspiel, die Passgeschwindigkeit und Passfolge war auch schon mal besser.

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Bessere Special Teams - das wäre auch wichtig, weil die Top-Stürmer im Moment schwächeln. Trevor Mingoia und Chris DeSousa sind nun schon drei Partien ohne Scorerpunkt - zuvor hatte in 17 von 21 Partien stets mindestens einer der beiden gescort. "Die Gegner stellen sich natürlich auch auf sie ein", weiß Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf, "da müssen sie jetzt wieder Wege finden."

Zudem schwächelt auch Toto Rech, mit sechs Treffern drittbester Torschütze, der seit neun Partien nicht mehr getroffen hat. Wenn die Topscorer nicht produzieren, müssten mal andere in die Bresche springen. Das klappte vor allem beim 4:2 gegen die Düsseldorfer EG, aber eben nicht in Schwenningen und nicht in Köln. Die erfahrenen Stürmer Garrett Festerling, Gerrit Fauser (je zwei Tore) und Fabio Pfohl (ein Tor) können mit ihrer Ausbeute nicht zufrieden sein.

Schinko-Rückkehr steht bevor

Die Grizzlys sind gut, aber sie müssen wachsam sein: Die Konkurrenz im Kampf um einen Platz in den Top Sechs (direkte Play-Off-Quali und Wolfsburgs Hauptrundenziel) ist herangerückt, "die Saison geht in die heiße Phase", sagt Fliegauf. Dementsprechend heiß wird es jetzt wohl auch im Training bei den Grizzlys. Zumal sowohl für die Abwehr (da saß zuletzt Armin Wurm draußen) als auch für den Sturm (da traf es zuletzt Phil Hungerecker und Valentin Busch mit dem Zuschauerplatz) Alternativen da sind. Und wenn Luis Schinko in Kürze auch zur Wahl steht, erhöht er den Konkurrenzkampf in der U23-Fraktion. Und der Youngster könnte schon in der nächsten Woche ein Thema für den Kader werden.

Am Montagnachmittag gab's die Bestätigung von den Ärzten: Schinko ist wieder einsatzbereit. "Er wird die Woche ganz normal bei uns mittrainieren, das erste Mal dann auch wieder mit Körperkontakt", freut sich Stewart. Nachdem es für das Team am Montag nicht aufs Eis ging (Video-Studium und Kraft-Training), wird das aber wieder in den kommenden Tagen der Fall sein. Allerdings, so der Coach: "Luis' letztes Spiel ist acht Monate her." Und deshalb soll der Stürmer am Wochenende erst mal bei Kooperationspartner Hannover Scorpions in der Oberliga in zwei Duellen Spielpraxis sammeln - um sich dort für DEL-Einsätze warmzuspielen.

Ticket-Verkauf für Iserlohn-Spiel erst mal gestoppt

Die Corona-Fälle in Deutschland und Niedersachsen häufen sich, ab Mittwoch werden deshalb strengere Maßnahmen gelten. Im gesamten Bundesland greift dann die Corona-Warnstufe 2, die auch Auswirkung auf Sport-Events hat. So auch auf das anstehende Heimspiel der Grizzlys Wolfsburg am Freitag (19.30 Uhr) gegen die Iserlohn Roosters. Aufgrund der neuen Situation ist der Ticket-Vorverkauf für das Spiel vorerst gestoppt.

Der Klub ist mit der Stadt und den zuständigen Behörden im Austausch und will sich - sobald ein konkretes Umsetzen der neuen Vorgaben feststeht - auch rechtzeitig vor dem Spiel offiziell dazu äußern. Fest steht bislang nur: Sollte das Spiel vor Zuschauern stattfinden, gilt für sie auf jeden Fall 2G-Plus - sie müssen also geimpft oder genesen sein und einen aktuellen negativen Test vorlegen können. Zudem wird auch am Platz FFP2-Maskenpflicht herrschen, so schreibt es die Landesverordnung bei Warnstufe 2 für Veranstaltungen mit über 1000 Besuchern vor.