05. Mai 2021 / 07:56 Uhr

Zweimal Vollalarm: RB Leipzig gegen den BVB beflügelt Fantasien

Zweimal Vollalarm: RB Leipzig gegen den BVB beflügelt Fantasien

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Heiß umkämpft waren die Spiele zwischen RB und Borussia Dortmund immer. Eine Szene aus dem Hinspiel im Januar: Angelino (l.) und Dayot Upamecano (r.) kämpfen mit Erling Haaland um den Ball.
Heiß umkämpft waren die Spiele zwischen RB und Borussia Dortmund immer. Eine Szene aus dem Hinspiel im Januar: Angelino (l.) und Dayot Upamecano (r.) kämpfen mit Erling Haaland um den Ball. © dpa
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Während sich RB Leipzig und der FC Bayern München in den vergangenen Jahren auf Vorstandsebene angenähert haben, kann davon zwischen den Sachsen und Borussia Dortmund keiner Rede (mehr) sein. Der BVB spürt den Atem der Messestädter und geht auf Distanz. Aber nun geht es im direkten Duell gleich zweimal um sehr viel.

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Leipzig. BVB gegen RB. Man liebt einander nicht. Zweimal Vollalarm. Sonnabend, 15.30 Uhr, in der Bundesliga im Signal-Iduna-Park. Am 13. Mai im DFB-Pokal-Endspiel in Berlin. Es geht um mindestens alles, auch um die Vormachtstellung im deutschen Fußball (hinter den Bayern ...). An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit. Die gibt es nicht. Es gibt auch keine Sachlichkeit.

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Kein gemeinsames Essen

Hier der börsennotierte Volkssportverein mit dem großen Herzen und dem fettesten aller Fanartikel-Kataloge. Da die Red-Bulldozer mit der großen Schippe, Klappe - und Dosenpfand. Hier Echte Liebe, da käufliche. Hier 154.000 Mitglieder, da 21. Hier Kartoffelsuppe mit Würstchen bei der Mitgliederversammlung. Da Sashimi auf Seegras. Hier der 1909 unter liebevollen Wehen geschlüpfte Champions-League- und Weltpokalsieger. Da der 2009 über Markranstädt abgeworfene Sachsenpokal-Gewinner.

DURCHKLICKEN: Bilder vom Duell mit dem BVB im Januar 2021

Das war viel zu wenig: RB Leipzig unterlag im Spitzenspiel des 15. Spieltages nach einer über weite Strecken enttäuschenden Offensivleistung Borussia Dortmund mit 1:3. Zur Galerie
Das war viel zu wenig: RB Leipzig unterlag im Spitzenspiel des 15. Spieltages nach einer über weite Strecken enttäuschenden Offensivleistung Borussia Dortmund mit 1:3. ©

Hemd näher als Dose: In Dortmund ist man um Trennschärfe vom ungeliebten Emporkömmling aus dem Red-Bull-Konzern bemüht. Das mündet unter anderem darin, dass das obligatorische Essen-Fassen der Chefetagen vor den bisherigen neun Duellen flachgefallen ist. Die Berührungsängste der Aki Watzke und Co. sind aber nicht unendlich, enden, wo Vorteilhaftigkeit um die Ecke biegt. Der kommende BVB-Trainer heißt Marco Rose. Der ist als Leipziger mit Red-Bull-Salzburg-Vita in doppelter Hinsicht verdächtig. Letzteres gilt auch für Erling Haaland. Und falls sich Keeper Peter Gulacsi mit RB nicht über eine Ausweitung des Vertrages einig wird, ist auch hier Hemd näher als Dose und Dortmund im Rennen.

Bilanz spricht für den BVB

■ Königsklasse & Cup: Es gibt Vereine, die sich näher stehen. Ausgerechnet diese beiden Clubs kreuzen bei zwei brutal wichtigen Fußballspielen die Klingen. Wenn Leipzig in Dortmund punktet, kann/muss der BVB die Champions League wahrscheinlich abhaken. Wenn Dortmund den Pokal holt, geht Julian Nagelsmann ohne RB-Wimpel, Liebkosungen der Bosse und guten Wünschen der Fans von dannen. Florian Scholz, Kaufmännischer Leiter Sport bei RB: „Wir haben alles in der eigenen Hand. Auch wenn das bedeutet, dass die Zielsetzung anderer nicht aufgehen kann.“ So kann man es auch ausdrücken.

Augenhöhe: Seit RB erstklassig ist (2016), haben die Roten Bullen 316 Punkte geholt. Nur drei weniger als Dortmund im selben Zeitraum.

■ Konsultationen: In neun Spielen zwischen Dortmund und Leipzig gab es fünf Siege für den BVB, zwei für RB sowie zwei Unentschieden bei 17:10-Toren für Dortmund. RB wartet gegen Dortmund seit sechs Spielen auf einen Sieg.

Mehr zu RB

Keitaesk: Am 10. September 2016 schoss Naby Keita die just aufgestiegenen Hasenhüttler zum ersten Bundesliga-Sieg. „Überlebende“ vom 1:0 gegen Dortmund bei Leipzig: Peter Gulacsi, Marcel Halstenberg, Willi Orban, Lukas Klostermann, Marcel Sabitzer, Yussuf Poulsen und Emil Forsberg. Beim BVB: Roman Bürki, Lukasz Piszczek und Marco Reus.

Sixpack: Am 17. Dezember 2019 holte RB in Dortmund ein 3:3. Timo Werner traf doppelt, Patrik Schick machte das 3:3.

■ Schützenkönige: Erling Haaland traf gegen RB viermal, Jean-Kévin Augustin gegen den BVB dreimal. Das Ablöse-Gedöns um JKA wird übrigens nach neueren Erkenntnissen im Juni einer gerichtlichen Klärung zugeführt.