29. Dezember 2020 / 16:29 Uhr

Zweite Chance: Hat Rennpferd „Leipzig" eine Zukunft?

Zweite Chance: Hat Rennpferd „Leipzig" eine Zukunft?

Jens Sorge
Leipziger Volkszeitung
Trainer und Züchter Martin Mayer mit seiner Neuerwerbung Leipzig.
Trainer und Züchter Martin Mayer mit seiner Neuerwerbung Leipzig. © Privat
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Er war die Hoffnung des Leipziger Rennstalls von Trainer Marco Angermann: Der Vollbluthengst „Leipzig". Eine Verletzung versetzte das Tier in den vorzeitigen Ruhestand. Das Pferd wurde liebevoll in die Hände des neuen Besitzes Martin Mayer gegeben. Der Züchter hat Großes vor.

Leipzig. Nein, keine Angst, hier geht es nicht um unsere Stadt, sondern um einen Vollbluthengst. Der fünfjährige Sohn des erfolgreichen Vaterpferdes Santiago erhielt einst diesen verpflichtenden Namen. Und trug große Hoffnungen der fast 100 Mitglieder des Rennstalles Scheibenholz. Leider blieben diese unerfüllt. Nach nur vier Starts mit einem zweiten Platz in Hannover musste der Fuchshengst wegen einer Sehnenverletzung seine Laufbahn beenden. Leipzig wurde an den langjährigen Besitzertrainer Martin Mayer verkauft und verließ den Rennstall von Trainer Marco Angermann im Scheibenholz in Richtung Mecklenburg. Sein neuer Wohnort ist das Anwesen der Familie Mayer und ihrer Pferde im kleinen Dorf Möllenhagen (1.550 Einwohner) im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte unweit von Waren (Müritz). Martin Mayers Leidenschaft sind die Rennpferde. Für die edlen Vollblüter ist ihm keine Mühe zuviel. Fast jeden Tag sitzt er bei Wind und Wetter im Training auf einem seiner Pferde, in der Regel nicht mehr als vier.

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Mit seiner Neuerwerbung will es Martin Mayer noch einmal in Rennen versuchen. Und ist von Leipzig bisher sehr angetan, lobt seinen herrlichen Charakter und den problemlosen Umgang, „er hat sich bei uns bestens eingelebt und genießt viele Stunden Koppelaufenthalt. Hinzu kommen spazieren gehen im Wald und täglich 200 Meter ruhiger Galopp, viel Abwechslung wird geboten.“ Das verletzte Bein sieht gut aus, die Schwellung vorn rechts ist vollständig zurück gegangen. Insgesamt hat sich Leipzig etwas verändert, „er ist noch gewachsen, die Vorderhand ist stärker geworden. Wenn weiterhin alles wunschgemäß verläuft denke ich an einen Start im Frühjahr in Hoppegarten. Sollte das zu zeitig sein warten wir bis zum Herbst.“

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Martin Mayer ist seit über 20 Jahren im Besitz eine Trainerlizenz, arbeitet als Oberbauleiter bei einer Firma für Breitband-Ausbau und trainiert die Pferde zusammen mit Sohn Tobias. Inzwischen auch als Züchter aktiv, „sind wir glücklich über zwei Hengstfohlen von Polish Vulcano.“ Eines stammt aus der mehrfachen Siegerin Nikia, die wie Leipzig den Schimmel Santiago als Vater aufweist. Man darf gespannt sein.