27. Juni 2020 / 16:11 Uhr

Zweiter Aufstieg „per Mail“ für Arminia Vöhrum

Zweiter Aufstieg „per Mail“ für Arminia Vöhrum

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Die Vöhrumer jubeln.Sie haben nach längeren Zittern den Aufstieg in die Bezirksliga sicher.
Die Vöhrumer jubeln.Sie haben nach längeren Zittern den Aufstieg in die Bezirksliga sicher. © ISABELL MASSEL
Anzeige

Die Fußball-Saison ist vorbei. Der Verbandstag beschloss, dass es nur Aufsteiger und keine Absteiger gibt. In Kreis und Bezirk beginnt nun die Suche nach der sinnvollsten Lösung, die kommende Saison in einer vermutlich sehr kurzen Zeit abwickeln zu können.

Anzeige
Anzeige

Die Fußball-Saison ist beendet. Es gibt Aufsteiger nach der Quotientenregel und keine Absteiger. Das beschloss der Verbandstag der Niedersächsischen Fußballer am Samstag. Für den Kreis Peine bedeutet das: Arminia Vöhrum steigt in die Bezirksliga auf, Viktoria Woltwiesche bleibt in dieser Liga.

Aus der 1. Kreisklasse rücken der VfL Woltorf und Arminia Vechelde II in die Kreisliga hoch. Germania Blumenhagen und der TSV Clauen/Soßmar sind nach der Quotientenregel die Spitzenreiter der beiden 2. Kreisklassen und steigen in die 1. Kreisklasse auf. Aus den 3. Kreisklassen rücken der TSV Wendezelle II und Rot-Weiß Groß Gleidingen in die 2. Kreisklassen hoch.

Für Arminia Vöhrum ist es der zweite Aufstieg „per Mail“, wie es Trainer Nils Könnecker formuliert. Vor zwei Jahren erfuhr sein Team kurz vor dem eigentlich entscheidenden Spiel gegen Viktoria Woltwiesche um die Kreismeisterschaft, dass es einen zweiten Aufsteiger aus dem Kreis Peine gibt und beide Teams in die Bezirksliga aufrücken. Ein Teil der Brisanz war damit aus diesem „Endspiel“. Im Jahr 2020 musste die souverän in der Kreisliga führende Arminia um den Aufstieg zittern, weil bis zum Verbandstag nicht klar war, ob der Tabellenführer aufsteigen darf. „Von daher sind wir über das Abstimmungsergebnis froh. Es hätte ja auch anders entschieden werden können“, stellt Könnecker fest. „Auch wenn es für Spieler und Fans schöner gewesen wäre, die Meisterschaft nach einem Spiel zu feiern.“

Für die Spielausschuss-Verantwortlichen bedeutet das Abstimmungs-Ergebnis knifflige Arbeit. Da es keine Absteiger gibt, muss nun geklärt werden, wie in der neuen Saison gespielt werden soll. Bezirks-Spielausschuss-Chef Jörg Zellmer hatte bereits angedeutet, dass es zusätzliche Staffeln geben könnte, um die Spielpläne zu entzerren. Im Kreis Peine könnte eine Zweiteilung der Kreisliga das Problem lösen. Welche Optionen es gibt, darüber wird der Kreisverband am Dienstag, 7. Juli, ab 18.30 Uhr bei einem Webinar informieren. „Per Telefon, Laptop oder PC können alle Fußballvereine daran teilnehmen. Es gibt einige Denkmodelle, wie bei welchen Voraussetzungen gespielt werden könnte. Darüber wollen wir sprechen“, sagt Hans Hermann Buhmann, Chef des Fußball-Kreisverbandes.

Denn offen ist immer noch, wann die Punktspiele beginnen können und welcher Zeitrahmen für die Saison übrig bleibt. NFV-Präsident Günter Distelrath ist optimistisch, dass Fußballspiele bald wieder erlaubt sein werden. Beim Verbandstag wies er auf Untersuchungen hin, die eine Infektion mit dem Corona-Virus beim Fußball im Freien für „relativ unwahrscheinlich“ halten. Grund: Es gibt keinen langanhaltenden Kontakt wie etwa beim Boxen oder Ringen.

Überraschungen brachte der erste virtuelle Verbandstag des NFV nicht. Die Abstimmungsergebnisse entsprechen der in den Kreisen ermittelten Meinung, die in den Beschlussvorschlag des NFV-Präsidiums mündeten. Dieser wurde mit 91,1 Prozent der Stimmen angenommen. Von 324 Delegierten hatten sich 291 an dieser Abstimmung beteiligt.

Mehr zum Saisonabbruch im Amateurfußball

Fußball-Landesverband: Die Schritte in der Corona-Krise bis zum Saison-Ende

Am 12. März sagt der Niedersächsische Fußballverband (NFV) alle Amateurspiele von der Oberliga an abwärts aufgrund der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ab.

Am 17. April plädiert der NFV-Vorstand nach einer Telefonkonferenz für die Wiederaufnahme der aktuellen Saison zwischen dem 15. August und dem 1. September, sofern die Voraussetzungen dafür gegeben sein würden. Zudem wird beschlossen, dass die Vorsitzenden der 33 NFV-Kreise die Meinung ihrer Vereine einholen sollen. Dieses Meinungsbild soll dann die Basis für die finale Diskussion und Beschlussfassung des Verbandsvorstandes sein.

Bei der Telefonkonferenz des Peiner Fußball-Kreisverbandes am 21. April spricht sich die klare Mehrheit der Vereine für einen Saisonabbruch mit Aufsteigern nach Quotientenregel aus – und ohne Absteiger. Auch landesweit entspricht das der Meinung der Mehrheit der Vereine. Von 2600 Vereinen nahmen 1649 an der Abstimmung teil. Davon votierten nur 448 für die vom NFV-Vorstand zunächst bevorzugte Fortsetzung der Saison.

Der Vorstand plant daraufhin das Einberufen eines Verbandstages, da nur dieser einen Saisonabbruch beschließen kann. Juristisch wird geklärt, dass die in der Satzung festgelegte zehnwöchige Einberufungsfrist verkürzt werden kann, sodass der Verbandstag noch vor dem ursprünglich festgelegten Saisonende stattfinden kann.

Am 11. Mai verständigen sich die NFV-Präsidiumsmitglieder und die Vorsitzenden der 33 niedersächsischen Fußballkreise auf vier Varianten zur Abstimmung. Bei einer Video-Konferenz mit Präsidium und Kreisvorsitzenden am 20. Mai werden drei dieser Varianten gekippt, es bleibt bei der auch vom Kreis Peine bevorzugten Variante nur mit Aufsteigern nach der Quotientenregel. Diese bringt der NFV-Vorstand als Abstimmungsvorschlag in den Verbandstag ein.