19. September 2021 / 18:00 Uhr

Zweitliga-Titel für Judoclub Leipzig: Ringerin Haase geht erfolgreich auf Tatami fremd

Zweitliga-Titel für Judoclub Leipzig: Ringerin Haase geht erfolgreich auf Tatami fremd

Frank Schober
Leipziger Volkszeitung
Emilie Haase hat Nele Wagner aus Berlin besiegt – der Auftakt eines erfolgeichen Tages für den JCL.
Emilie Haase hat Nele Wagner aus Berlin besiegt – der Auftakt eines erfolgeichen Tages für den JCL. © Christian Modla
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Emilie Haase bestreitet ihre ersten Judo-Kämpfe für die JCL-Powerfrauen – und hat Anteil am Triumph in Liga zwei. In der 1. Liga erkämpfen die Männer ein 7:7 in Abensberg.

Leipzig. Wer sich sein Leben lang auf der Ringermatte heimisch gefühlt hat, der mag im Kampfsport flexibel einsetzbar sein. Doch der Teufel steckte für Emilie Haase bei ihrer Judo-Premiere für den JCL im Detail. Wie im Ringen der Gegnerin mal eben ans Bein fassen, war strengstens verboten – dies hätte zur Disqualifikation geführt. Die 22-Jährige war besonders aufgeregt – denn in ihren ersten Duellen im Judogi und auf der Tatami ging es am Samstag vor den eigenen Fans gleich um den Titel in der 2. Bundesliga. Zudem wollte es das Los so, dass der 49 Kilo leichte Neuling gleich zu Beginn auf die Matte gerufen wurde.

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Doch es ging alles gut. Die JCL-Powerfrauen gewannen alle fünf Duelle des XXL-Zweitligatages und holten die Trophäe in die Messestadt. Emily Haase steuerte drei Siege bei – einer kampflos, zwei mit tollen Würfen inklusive Festhalte am Boden. Doch sie wäre nicht Sportlerin durch und durch, wenn sie sich über ihre beiden Niederlagen nicht ärgern würde. „Das war Mist. Ich hätte alle fünf Kämpfe gewinnen können. So habe ich die Mädels ganz schön unter Zugzwang gebracht.“

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Dies kann man – aus Sicht der Zuschauer – auch positiv sehen. So blieben die entscheidenden Duelle gegen Rammenau und die bis dahin ebenfalls ungeschlagenen Sprembergerinnen (Endstand jeweils 4:3) spannend bis zur letzten Sekunde. Die Powerfrauen hatten im abschließenden Schwergewicht eine sichere Bank auf der Matte: Die deutsche Vizemeisterin Maxime Brausewetter holte den entscheidenden Punkt und sorgte für grenzenlosen Jubel in der Brüderstraße. Emilie Haase meinte: „Die Stimmung war super – das hätte ich so nicht gedacht. Es war ein toller Kampftag.“ Trotz ihres Verletzungspechs der vergangenen Jahre – zweimal Kreuzband, einmal Bandscheibe – will sie nun im Ringen wieder angreifen. Und zuvor ein paar atmosphärische Störungen ausräumen.

Derweil schlugen sich die Erstliga-Männer des JCL in der „Höhle des Löwen“ Abensberg mehr als achtbar, brachten den Serienmeister an den Rand einer Niederlage. Die in Seenot geratenen Bayern schafften es nach 6:7-Rückstand noch mit 7:7 ans rettende Ufer. Besonders kam es im deutsch-deutschen Duell gegen Auswahlathlet Timo Cavelius auf Startkämpfer Emil Hennebach an. „Die Stimmung bei uns war super – wir waren richtig on fire. Das hat mich richtig beflügelt“, sagte der 81-kg-Mann, der sein erstes Duell nach fast neun Minuten mit Wazari gewann und die Weichen auf 4:3-Halbzeitführung stellte. Ärgerlich: Im zweiten Kampf gab er seine Führung eine Sekunde vor der Schlusssirene ab. Zudem gewann der JCL gegen Backnang 10:4 und liegt mit 7:1 Punkten auf Platz zwei der Tabelle.

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