27. April 2020 / 15:18 Uhr

Zwillinge! Doppeltes Baby-Glück für Deutschlands Nummer 1

Zwillinge! Doppeltes Baby-Glück für Deutschlands Nummer 1

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Almuth Schult hat in der vergangenen Woche Zwillinge zur Welt gebracht
Almuth Schult hat in der vergangenen Woche Zwillinge zur Welt gebracht
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Deutschlands Nummer 1 ist Mutter geworden! Almuth Schult, Torfrau des VfL Wolfsburg und des DFB-Teams brachte am Mittwochabend vergangener Woche in Lüneburg Zwillinge zur Welt.

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Es sind Zwillinge! Almuth Schult, Torfrau des VfL Wolfsburg und deutsche Nationaltorhüterin, ist am Mittwochabend vergangener Woche im Klinikum Lüneburg Mutter geworden. Das bestätigte ihr Verein am Montag. Anders als viele ihrer männlichen Kollegen verkündete Schult die Geburt nicht über die sozialen Netzwerke - und dass es Zwillinge werden, war in den letzten Monaten ein gut gehütetes VfL-Geheimnis. Die Namen der beiden Kinder - ein Junge und ein Mädchen - veröffentlichte die 29-Jährige noch nicht und bleibt damit ihrer Linie treu, Privates so weit wie möglich aus der Öffentlichkeit rauszuhalten.

Ihre Schwangerschaft hatte Schult Ende November verkündet - und gleich angekündigt, ihre Karriere auch als Mutter fortsetzen zu wollen. „Mein Plan ist es, auf den Platz zurückzukehren“, sagte sie damals. Verein und Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg sagten sofort Unterstützung zu.

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Seit gut einem Jahr ist die Ausnahme-Torfrau verheiratet, sie lebt wieder in ihrem Heimatort Lomitz im Wendland unweit des elterlichen Bauernhofes. Von dort aus gab sie zuletzt auch Interviews via Videoschalte, sprach unter anderem vor zwei Wochen in einem Eurosport-Podcast über ihre Schwangerschaft. "Mir geht es soweit gut, ich werde nur immer runder", sagte sie dort lachend. Die Schwangerschaft habe sie so weit "sehr gut überstanden" und sei "immer noch fidel."

Die Corona-Krise habe die Schwangerschaft kaum beeinflusst. "Schwangere sind keine Risikogruppe", so Schult, "mein Immunsystem ist sehr gut, ich mache mir eher Sorgen um meine Oma." Auch die nach einer Schulter-OP im vergangenen Jahr nötige Reha habe sie fortsetzen können, auch wenn das "zuletzt immer weniger geworden" sei.

Und sie kann der aktuellen Situation ohne Fußball-Spielbetrieb auch Positives abgewinnen. "Ich nicht diejenige, die sich mit Trainingseinheiten fit halten muss, um zu irgendeinem Zeitpunkt wieder in den Spielbetrieb einzusteigen", so Schult, "und bin froh, nicht in dieser ungewissen Situation zu sein." Und: "Je weiter es nach hinten geht, desto besser ist es vielleicht für mich, um rein sportlich wieder reinzukommen." Es gebe international Beispiele, dass Fußballerinnen "nach drei Monaten wieder auf dem Platz gestanden haben, aber ich will mir da keinen Druck machen."

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Zur Perspektive des Frauenfußballs in die Corona-Krise sagte sie: "Ich hoffe, dass der Fußball davon abkommt, nur aufs Geld zu schauen." Damit solle gezeigt werden, dass solidarische Verteilung sich auszahlt, so Schult. Anders als bei den Männern werden im Frauenfußball die TV-Einnahmen gleichmäßiger aufgeteilt. "Wenn Bayern, Dortmund und die Champions-League-Vereine Geld spenden, um andere Vereine vor der Insolvenz zu bewahren, ist es ja nichts anderes, als wenn man vor der Saison solidarisch jedem Klub einen gleichen Betrag geben würde", führte die deutsche Nummer eins ihren Gedanken aus. "Ich glaube, dass der Fußball diese Krise meistern wird und ein bisschen solidarischer zusammenrückt."

Weil Schults Comeback-Zeitpunkt ungewiss ist und der Vertrag der aktuellen VfL-Torfrau Hedvig Lindahl nicht verlängert wurde, ist der deutsche Meister auf der Suche nach einer neuen Torhüterin. Heißeste Kandidatin ist die polnische Nationaltorfrau Katarzyna Kiedrzynek, deren Vertrag bei Paris St. Germain ausläuft. Zum Wolfsburger Kader für die kommende Saison gehören zudem die Torhüterinnen Friederike Abt, Melina Loeck und Julia Kassen.