17. Januar 2015 / 21:54 Uhr

Zwischen Champions-League und Kreisklasse: René Liebenow

Zwischen Champions-League und Kreisklasse: René Liebenow

Torsten Teichert
Leipziger Volkszeitung
René Liebenow
René Liebenow © Alexander Prautzsch
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Lok-Fan, Dortmund-Mitglied und Vizechef im FVSL-Jugendausschuss.

Sein Herz schlägt für den 1. FC Lok Leipzig, Vereinsmitglied ist er bei Borussia Dortmund und seine Freizeit "opfert" er für den Fußballverband der Stadt Leipzig (FVSL): René Liebenow ist einer der vielen Ehrenamtlichen, ohne die der Ball nicht rollt. Als stellvertretender Chef des Jugendausschusses war der 52-Jährige natürlich auch beim LVZ-Sportbuzzer-Cup im Einsatz.

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Liebenow ist Leiter der insgesamt drei Staffeln der A- und B-Junioren, außerdem der DFB-Administrator des Verbandes. Hauptaufgabe dabei: Die Organisation für die Online-Spielberichte. Eine Mammutaufgabe, denn seit dieser Saison ist das zügige Ausfüllen der Bögen im Internet Pflicht in allen Spielklassen (außer Volkssport und Ü40). Das klappt derzeit bei 80 Prozent der Partien. "Den Titel Mister 100 Prozent werde ich wohl nicht erreichen. Aber 90 Prozent wären schon schön", sagte Liebenow. Nach der Rückrunde sollen renitente Verweigerer verstärkt bestraft werden. Er sei kein Freund von solchen Maßnahmen durch das Sportgericht. Aber die Vereine müssten Willen zeigen, die dort zuständigen Leute sich auch schulen lassen.

Mehrere Stunden Freizeit kostet allein die Verwaltung seiner drei Staffeln. Die (unnötigen) Nacharbeiten wegen fehlender Online-Berichte sind zeitraubendes Ärgernis. Die gesamte DFB-Net-Arbeit, Sitzungen, Auslosungen oder Veranstaltungen wie die FVSL-Hallenmeisterschaften (LVZ-Sportbuzzer-Cup) in der Sportschule fordern ihn ebenfalls. Der Personal-Einsatzplaner der Telekom behält die Übersicht, auch in komplexen Fällen...

Die Liebe zum Fußball ist die Triebfeder für das Engagement. Vom sechsten bis 30. Lebensjahr kickte er bei Turbine Leipzig, war schon zu DDR-Zeiten als Staffelleiter aktiv. Nach der Wende hatten Job und Familie Vorrang. Nach zwei Jahrzehnten Pause feierte er ein Comeback im Ehrenamt, mittlerweile ist er wieder drei Jahre dabei.

Nach Probstheida ins Stadion geht das frühere Lok-Mitglied "sein ganzes Leben lang", die Nummer mit Mario Basler sieht er "als eine echte Bombe" an. Die Hoffnungen auf bessere Zeiten in Probstheida sind also gestiegen. Kummer hatte der Fan Liebenow in letzter Zeit genug. Das war im Sommer, als er Mitglied beim Champions-League-Teilnehmer Dortmund wurde, nicht zu erahnen. Ein gut funktionierendes Nachwuchsturnier ist wenigsten ein kleiner Trost.