10. Dezember 2020 / 11:25 Uhr

Zwischen Steigerlied und Hells Bells: Aues Gonther vor St. Pauli-Rückkehr

Zwischen Steigerlied und Hells Bells: Aues Gonther vor St. Pauli-Rückkehr

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
St. Paulis Dimitrios Diamantakos (l.) im Duell mit Aues Sören Gonther im Millerntor Stadium am 14. Juni 2020.
St. Paulis Dimitrios Diamantakos (l.) im Duell um den Ball mit Aues Sören Gonther am 14. Juni 2020 im Millerntor Stadium. © Focke Strangmann/Pool via Getty Images/2020 Pool
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Aues Abwehrchef Sören Gonther freut sich auf die Rückkehr ans Hamburger Millerntor. Obwohl sein früherer Club sportlich schon gewaltig unter Druck steht, kann der FC Erzgebirge keine Geschenke verteilen.

Aue. Das volkstümliche Steigerlied in Aue oder das rockige Hells Bells von AC/DC auf St. Pauli? Auf die Frage, welche Einlaufmusik ihm besser gefällt, antwortet Sören Gonther diplomatisch. „Ich bekomme bei beiden Liedern Gänsehaut. Die Titel passen jeweils wie die Faust aufs Auge zum Verein und zur Region“, sagt der Abwehrchef von Erzgebirge Aue vor seiner Rückkehr am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) nach Hamburg.

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Gonther macht kein Geheimnis daraus, dass die Partie gegen seinen früheren Club immer noch einen speziellen Reiz für ihn hat. Zwischen 2012 und 2017 trug der Innenverteidiger das Trikot von St. Pauli. „Es war dort eine super Zeit für mich, vor allem die drei Jahre als Kapitän. In Hamburg sind auch meine beiden Töchter geboren, das Millerntor ist immer etwas Besonders für mich“, erklärte Gonther.

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Deshalb verfolgt der 33-Jährige weiterhin mit großem Interesse die sportliche Entwicklung bei den Norddeutschen, die unter ihrem neuen Trainer Timo Schultz schlecht in die Saison der 2. Fußball-Bundesliga gestartet sind. Mit sieben Punkten nach zehn Spielen ist der FC St. Pauli Tabellenvorletzter und steht am Sonntag gegen Aue schon gewaltig unter Druck.


St. Pauli nicht unterschätzen

Aus der Ferne sei es schwierig, Erklärungen für die ausbleibenden Erfolge der Kiezkicker zu finden, meint Gonther: „Ich glaube, dass sich die Jungs in Hamburg derzeit sehr viele Gedanken machen. Sie hatten aber mehrere knappe Spiele dabei, die auch andersherum hätten ausgehen können. Die 2. Liga ist dieses Jahr wieder sehr eng.“

Der Ligakonkurrent Karlsruher SC sei ein gutes Beispiel dafür, wie sich eine Mannschaft nach einem schlechten Start mit einer Erfolgsserie aus dem Tabellenkeller herauskämpfen kann. Das wünscht Gonther auch seinen früheren Kollegen: „Wenn das Quäntchen mal in Richtung St. Pauli kippt, dann können sie sich auch da unten rausziehen – aber natürlich erst nach dem kommenden Wochenende.“

Auch Aues Kapitän Martin Männel warnt trotz der Hamburger Negativserie von zuletzt acht sieglosen Spielen davor, die Aufgabe auf St. Pauli nicht zu unterschätzen. „Sie spielen unter ihren Verhältnissen, sie sind aber auch immer für Tore und Siege gut. Wir selbst müssen unsere eigene Niederlage gegen Regensburg schnell aus den Köpfen bekommen“, sagte der Torwart.

Mehr Sicherheit im eigenen Strafraum

Durch das 0:2 am vergangenen Sonntag verpassten es die Auer, sich noch weiter von der unteren Tabellenhälfte abzusetzen. Mit 15 Punkten stehen die „Veilchen“ im gesicherten Mittelfeld. „Mit dem, was wir bisher geleistet haben, können wir zufrieden sein. Das heißt aber nicht, dass wir uns jetzt zurücklehnen dürfen“, betont Gonther. „Wenn man in dieser ausgeglichenen Liga am Spieltag nur ein Prozent weniger bringt, kann es passieren, dass man das Spiel verliert.“

Vor allem im eigenen Strafraum müssen die Sachsen vorsichtiger und disziplinierter agieren als zuletzt. In den vergangenen zwei Spielen kassierte die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster insgesamt vier Elfmeter. „Das ist schon außergewöhnlich“, findet Gonther. „In ein, zwei Situationen haben wir uns ungeschickt angestellt. Ich bin mir aber relativ sicher, dass wir diesen Schnitt nicht halten werden.“

Ein Sieg auf St. Pauli wäre für Gonther mit Sicherheit auch ein vorzeitiges Geschenk. Am kommenden Dienstag feiert der Abwehrspieler seinen 34. Geburtstag. „Es ist nur eine Zahl, ich fühle mich deutlich jünger und hoffe, dass das noch lange so bleibt“, äußerte der Routinier, dessen Vertrag beim FC Erzgebirge am Saisonende ausläuft. Sein Ziel sei es, noch „zwei, drei gute Jahre auf dem Niveau zu spielen. Mein Körper wird mir sicherlich sagen, wann es vorbei ist. Im Moment sehe ich das Ende aber noch nicht.“

Sebastian Wutzler, dpa