15. Januar 2021 / 23:44 Uhr

Nur zwölf Gegentore: Wolfsburgs Kampf gegen Leipzigs Abwehr-Bollwerk

Nur zwölf Gegentore: Wolfsburgs Kampf gegen Leipzigs Abwehr-Bollwerk

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Glasner und der VfL treten gegen das Bollwerk der Liga an.
Glasner und der VfL treten gegen das Bollwerk der Liga an. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild-Pool/
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RB Leipzig stellt die beste Abwehr der Fußball-Bundesliga. Da dürfte es für den VfL Wolfsburg schwierig werden, zum Torerfolg zu kommen. Doch Trainer Oliver Glasner hat sich für die Sachsen schon etwas überlegt.

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Gerade einmal zwölf Gegentore in 15 Spielen - damit stellt RB Leipzig die beste Abwehr der Fußball-Bundesliga. Da dürfte es auch am Samstag (15.30 Uhr) für den VfL Wolfsburg in der VW-Arena schwierig werden, die Defensive der Sachsen zu knacken. Doch Trainer Oliver Glasner hat sich schon einen Plan zurechtgelegt, wie sein Team zum Torerfolg kommen kann.

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31 Punkte haben die Leipziger in dieser Saison schon gesammelt, sind damit Bayern-Jäger Nummer 1 (33) - und kassierten dabei lediglich eben jene zwölf Gegentore. "Davon waren sechs gegen München und Dortmund", merkt VfL-Coach Glasner richtig an. Gegen den Rekordmeister hatte RB Anfang Dezember 3:3 gespielt, gegen den BVB kassierte der Tabellenzweite nach acht Spielen ohne Pleite am vergangenen Wochenende beim 1:3 erst seine zweite Niederlage (die andere hatte es beim 0:1 in Mönchengladbach gegeben). Doch damit nicht genug: In sieben Partien blieben die Leipziger gar ohne Gegentreffer.

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Dass es schwierig wird, gegen die Sachsen zum Torerfolg zu kommen, weiß auch Glasner. "Sie machen einen sehr stabilen Eindruck", sagt der Österreicher, "wenngleich sie gegen Dortmund in der zweiten Halbzeit Probleme hatten mit dem Tempo und der Tiefe." Und obwohl der VfL nicht Jadon Sancho, Erling Haaland, Marco Reus und Co. im Kader hat, haben die Wolfsburger Hoffnung, das Abwehr-Bollwerk am Samstag zu knacken. "Wir haben den einen oder anderen Ansatzpunkt gefunden, wo Leipzig uns Räume gibt", betont Glasner. Allerdings: Gegen kein anderes Bundesliga-Team, gegen das der VfL mindestens dreimal im Oberhaus antrat, haben die Wolfsburger einen so niedrigen Tor-Schnitt wie gegen Leipzig - der liegt gegen RB gerade einmal bei 0,6 Treffern pro Spiel.

Aber Glasner erinnert sich an die zuletzt ordentlichen Liga-Duelle mit RB zurück: Im Oktober 2019 hatte es in Leipzig ein 1:1 gegeben, beim letzten Aufeinandertreffen Anfang März, dem letzten Spiel vor Zuschauern, trennten sich beide Teams torlos. Zwischendrin hatte es jedoch eine deutliche 1:6-Klatsche im DFB-Pokal gegeben, es war die erste Niederlage für Glasner als VfL-Trainer. Nicht nur aufgrund dessen, sondern auch wegen der sportlichen Zielsetzung der Leipziger, sieht Glasner den Gegner auf dem Papier vorn. "RB ist der klare Favorit, weil sie ganz andere Ansprüche haben als wir. Sie wollen wieder in die Champions League. Und Leipzig wird bis zum Schluss um den Titel in der Bundesliga mitspielen", glaubt der 46-Jährige.


Doch der Coach weiß auch, dass sein Team ebenfalls gut in Form ist, auch wenn es in diesem Jahr noch keinen Dreier gab. Aber: Fünf Heimsiege feierten die Wolfsburger nun in Serie, das gab's beim VfL zuletzt im Winter 2014/15 (sechs Siege). Eine Niederlage kassierte die Glasner-Truppe in der VW-Arena in dieser Spielzeit noch nicht - zu Hause ungeschlagen zu sein, das können sonst nur Bayern München und Eintracht Frankfurt von sich sagen. Und der VfL macht es gegen die Spitzenmannschaften immer besser, bei den Bayern (1:2) und in Dortmund (0:2) war für die Wolfsburger deutlich mehr drin. Aber Glasner sagt auch: "Sportlich sind wir den Top-Teams nähergekommen, aber um zu gewinnen, muss eben alles zusammenpassen." Und das soll diesmal so sein, es soll in dieser Saison der erste Sieg gegen eine besser platzierte Mannschaft her.