24. Februar 2021 / 14:05 Uhr

Zwölf Göttinger Kaderschwimmer dürfen ab dem 1. März wieder ins Wasser

Zwölf Göttinger Kaderschwimmer dürfen ab dem 1. März wieder ins Wasser

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Das Gruppenbad wird für Fynn Kunze und elf weitere Göttinger Kaderschwimmer ab kommendem Montag wieder Trainingsstätte.
Das Gruppenbad wird für Fynn Kunze und elf weitere Göttinger Kaderschwimmer ab kommendem Montag wieder Trainingsstätte. © Alciro Theodoro da Silva
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Die Leistungsschwimmer von TWG 1861 und ASC 46 dürfen wieder ins Wasser: Für die Göttinger Kaderathleten geht eine lange Zeit mit Online-Trainingseinheiten zu Ende.

Sie standen in den vergangenen Monaten im wahrsten Sinne auf dem Trockenen: die Leistungsschwimmer von TWG 1861 und ASC 46. Jetzt sehen sie Licht am Ende des Tunnels. Ab Montag, 1. März, können sie das Gruppenbad im Badeparadies Eiswiese nutzen.

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Es handelt sich allerdings nur um eine kleine Gruppe aus beiden Vereinen, die wieder in das Wettkampfbecken springen darf. „Angesichts der bevorstehenden Öffnung des gesamten Bades in den kommenden Wochen, haben wir uns dazu entschlossen, das Gruppenbad für die Kaderschwimmer schon früher zu öffnen“, sagt Andreas Gruber, Geschäftsführer der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF). Dem Wunsch der Vereine, dieses schon viel früher möglich zu machen, habe man nicht entsprechen können. „Wir hatten in den vergangenen Monaten null Einnahmen. Da ist es nicht darstellbar, dass wir für die Leistungsschwimmer öffnen. Das konnten wir uns einfach finanziell nicht leisten“, sagt der GoeSF-Chef, der in ständigem Kontakt mit den Vereinen gestanden hat. Wöchentlich wäre im Fall einer Öffnung so eine vierstellige Summe an Kosten angefallen, die nicht hätte durch Einnahmen aufgefangen werden können.

Nach vier Monaten wieder im Becken

Elf Kaderschwimmer des TWG 1861 und einer vom ASC 46 werden ab Montag erstmals seit vier Monaten wieder anderes Wasser als das in der Dusche oder Badewanne am Körper spüren. „Dieser zweite Lockdown war schlimmer als der erste – auch weil er doppelt so lang war. Aber auch die Jahreszeit war schwieriger“, sagt Kerstin Krumbach, leitende Schwimmtrainerin und Schwimmkoordinatorin (Wettkampf) beim TWG 1861, die mit ihrem Trainerstab die Wettkampfschwimmer mit Online-Trainingseinheiten und -Challenges bei Laune gehalten hat. „Aber zum Schluss bei dem Schnee konnte ja nicht mal mehr draußen gelaufen werden.“

Wie weit die viermonatige Abstinenz vom Wasser die Leistungsschwimmer zurückgeworfen hat, vermag ihre Trainerin nicht zu beurteilen. „Wir hatten kürzlich einen Workshop mit einer Sportpsychologin, die interessante Aspekte geliefert hat. Vieles spielt sich einfach im Kopf ab.“ Wie groß der Trainingsrückstand sei, werde sich zeigen. Geplant hat die erfahrene Schwimmerin für die Gruppe einen langsamen Trainingsaufbau, um das Herz-Kreislauf-System wieder an die größeren Umfänge zu gewöhnen. Immerhin hatten einige Schwimmer vor Corona und im Spätsommer 2020 ein Pensum von bis zu acht zweistündigen Einheiten wöchentlich. „Es wird in der ersten Woche ein langsames Hochfahren werden – eben viel Aufbauarbeit.“

Hygienekonzept: „Alles ist deutlich strenger“

Auch ein Hygienekonzept gehört zum Wiedereinstieg. Im Becken werden sich immer die selben Schwimmer auf einer Bahn aufhalten, es wird gestaffelte Start- und Pausenzeiten geben, außerhalb des Beckens muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, eine Sammel-Umkleidekabine darf nur von maximal zwei Personen genutzt werden. „Das ist alles deutlich strenger als im Oktober, bevor wir in den zweiten Lockdown gegangen sind“, sagt Krumbach- Die Kernzeit im Gruppenbad wird von 16.30 bis 19 Uhr sein.

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Die jungen Schwimmer hätten sich alle „total gefreut“, als sie die Nachricht bekamen, endlich wieder ins Wasser zu dürfen. In Niedersachsen gebe es noch keinen Verein, der das darf. Allerdings haben andere Stützpunkte bereits die Trainingsarbeit mit ihren Kaderathleten wieder aufgenommen. „Da sind wir der letzte Stützpunkt, der ins Wasser kommt.“ Wie überall in Sachen Corona-Verordnungen gebe es bundesweit auch für die Schwimmer einen „Flickenteppich“, beispielsweise sei in Nordrhein-Westfalen einem viel größeren Kreis das Training schon wieder erlaubt. „Aber insgesamt bin ich zufrieden, dass es endlich weiter geht.“, sagt die Trainerin.


Auf Ausbildung der Anfänger vorbereitet

Auch bei der Ausbildung der Schwimmanfänger stehen Krumbach und ihre Trainerkollegen in den Startlöchern, ebenso die Ausbilder beim ASC 46 – wie Daniel Koke bestätigte. Sie bezweifeln aber, dass sich vor Ostern für den Breitensport etwas tun wird. Die allgemeine Befürchtung, dass vielleicht viele junge Sportler nach dem Lockdown nicht mehr zurückkommen werden, habe sich im Fall der TWG-Wettkampfschwimmer nicht bestätigt. „Sie sind gut in ihren jeweiligen Gruppen eingebunden, hatten durch die Challenges auch immer Bezugspunkte. Die Älteren konnten auch den Kraftraum im Vereinshaus am Kiessee nutzen“, sagt Krumbach.

In der Hallensaison wird es keine Wettkämpfe mehr geben, für den Sommer hat sich der TWG 1861 für die Austragung der Bezirksmeisterschaften im Freibad beworben. „Das wird keine Veranstaltung im großen Stil werden, eher eine nach Jahrgängen aufgeteilte Meisterschaft.“